10 BLOODY FACTS

zehn Dinge die ich in zehn Jahren mit Periode gelernt habe // ten things I’ve learned from 10 years of bleeding

Im Sommer 2009 bin ich mit zwei Jungs mit denen ich befreundet war in die Therme gegangen und fand beim Umziehen Blut in meiner Unterhose. Ich erinnre mich noch gut an das Grün meins Slips und den roten Kontrast dazu. Meine Reaktion war: „Scheiße“, aber ich bin trotzdem schwimmen gegangen.
Ich hatte das Glück, in einem sehr offenen Umfeld aufzuwachsen, so dass ich wusste, dass die Periode etwas war, was mich als Mädchen sehr wahrscheinlich erwarten würde. Ich war also nicht überrascht oder verängstigt, obwohl ich damals natürlich noch nicht wirklich wusste, was mit meinem Körper passierte.
Nach dieser ersten Periode, blieb sie für die folgenden sechs Monate erstmal aus. Unregelmäßigkeiten sind ja zu Beginn normal. Seitdem habe ich aber einen relativ regelmäßigen Zyklus, was dieses Jahr zu meinem 10. Jubiläum einer regulären Periode macht. Ich wollte diese Gelegenheit nutzen, um über Menstruation zu schreiben und zehn Dinge aufzulisten, die ich aus meinen zehn Jahren mit meinen Tagen gelernt habe. Manche dieser Dinge sind vielleicht sehr offensichtlich, aber da sie Teil meiner Entwicklung sind, wollte ich sie trotzdem miteinbeziehen.



It was the summer of 2009, when I went to the public pool with two of my boy friends and found blood in my nickers while I was changing. I remember the green colour of my undies and the dark red contrast of the blood. My reaction was: “shit.“ But I went swimming anyway.
I was lucky to have grown up in a very open environment, so I knew that periods were something I would most likely have to deal with as a girl. I wasn’t surprised or scared, although I obviously didn’t fully know what was happening to my body.
After that first period, it didn’t come back for another six months. Irregularities are very common in the beginning. Since then I have been bleeding fairly regularly, which makes this year my ten year anniversary of having a period (if that’s even a thing?). I just wanted to take this opportunity to talk about periods and share ten of the things I’ve learned from ten years of bleeding. Some of them might be very obvious and simple things, but they are part of my journey, so I wanted to include them nonetheless.

1. Jederzeit bereit // always be prepared

Aus meiner ersten Begegnung mit meiner Periode in der Schwimmbadumkleide und den sechs Monaten darauf, in denen ich auf eine nächste Periode wartete, habe ich gelernt, immer vorbereitet zu sein. Ich habe (fast) immer einen kleinen Beutel mit Slipeinlagen, Tampons und meiner Menstruationstasse dabei. Nicht nur, weil ich so gewappnet bin, wenn mich meine Tage mal wieder überraschen, sondern auch, weil ich anderen helfen kann, wenn sie ein Tampon oder ähnliches brauchen.


The first thing I’ve learned right after the first time of being surprised by bloody underwear and the six months of waiting for the next period to come was to always be prepared. I carry a little pouch with panty liners, tampons and my menstrual cup almost everywhere I go. Not only because I’ll be ready whenever my period surprises me again, but also because I can always give a tampon to a friend in need.

2. kein Tampon über Nacht // no tampon over night

Dies ist auch eine Sache, die ich gleich zu Beginn lernte. Meine Mutter brachte mir bei, dass mensch ein Tampon nicht über Nacht tragen sollte. Es gibt einfach ein Infektionsrisiko. Auf den Tamponpackungen steht immer, dass man sie niemals länger als 5-8 Stunden benutzen sollte. Stattdessen habe ich also immer eine Binde getragen und auf einem Handtuch geschlafen. Es ist natürlich nervig, potentielle Flecken rauswaschen zu müssen, aber das ist immer noch besser als eine Infektion oder Krankheit zu bekommen. Aber jetzt, wo es auch Menstruationsunterhosen gibt, muss mensch sich eigentlich keine Sorgen mehr machen.



This is another one I learned in my early days. My mum taught me right from the start, to never use a tampon during the night. This is because of risk of infection and it always says on the package that tampons shouldn’t be worn for longer than 5-8 hours. Instead I would always sleep using a pad and laying a towel down. Of course it’s annoying to wash out potential stains, but anything is better than getting an infection or serious illness. But now that period underwear is a thing, you don’t have to worry about anything anymore.

3. keine Peinlichkeit // no shame

Weil mein direktes Umfeld immer sehr offen war, habe ich das mit dem Zyklus verbundene Schamgefühl nicht verstanden. Trotzdem hat soziale Konditionierung einen großen Einfluss auf uns, sodass ich mich zeitweise doch schämte. In der Schule, wurden Tampons unauffällig herumgereicht, als wären sie eine illegale Droge.
Ab einem gewissen Punkt habe ich es nicht mehr stumm ertragen, wenn die Jungs sich über mich lustig machten, weil ich in der Pause aufs Klo ging (wtf?). Ich zeigte ihnen einfach mein Tampon und gab offen zu, dass ich grade meine Tage hatte. Ich wollte es einfach nicht länger verstecken oder peinlich berührt sein.
Nur wenn wir offen über die Periode sprechen, können wir das Taboo bekämpfen und diejenigen die nicht bluten aufklären. Es ist eine natürliche Sache, für die ich mir nicht länger Schamgefühle einreden lassen werde.



Since my immediate environment has always been very open about everything, I didn’t really understand the shame around the menstrual cycle. However, social conditioning has a huge impact on us, so I did feel shame around my period. In school, we used to pass tampons around with secrete handshakes as if they were illegal drugs.
At some point though, I didn’t let the boys make fun of me anymore, when I went to the bathroom during breaks (wtf?). I simply showed them my tampon and said „yes, I’m on my period.“ I was just tired of hiding it and feeling embarrassed.
Only by talking about periods, will we be able to tackle the patriarchal shame around it and educate those who do not bleed. It’s a natural thing and I simply won’t let anyone shame me for it anymore.

4. dein Zyklus verändert sich // your cycle will change

Ein Menstruationszyklus kann aus verschiedenen Gründen variieren. Hormone haben einen großen Einfluss darauf, was in/mit unseren Körpern passiert. Auch sexuell aktiv zu sein kann die Hormonlevel verändern. Sport kann einen Effekt haben. Oder mentale oder physische Erkrankungen. Letztere können auch dazu führen, dass die Menstruation komplett aussetzt.
Dein Körper verändert sich einfach mit der Zeit und deine Periode genauso. Ich weiß noch, dass ich zu Beginn nie irgendwelche „Nebenwirkungen“, dafür aber starke Blutungen hatte. Jetzt habe ich zwar weniger starke Blutungen, aber gleichzeitig starke Krämpfe, schmerzende Brüste, manchmal tun auch meine Füße weh und so weiter. Ich denke, es ist normal, dass sich dein Zyklus über die Jahre verändert. Sollte es aber plötzliche Veränderungen geben oder du merkst, dass etwas nicht stimmt, dann solltest du auf jeden Fall deine*n Frauenärtz*in kontaktieren.



A menstrual cycle can differ for many reasons. Hormones hold a lot of power over what happens inside our bodies. Being sexually active can also change your cycle, for example. It will have an impact on your hormone levels. Sports can also have an effect. Stress, mental or physical illness will also change your cycle, or might stop your period all together in severe cases.
Your body simply changes over time and so will your period. I remember that I never had any side effects in the beginning, but a really heavy flow. These days my flow is a little lighter, but I have cramps, tender breasts, headaches, my feet sometimes hurt, etc. I guess it is normal that your cycle will change a little over the years, but if there are sudden changes or you feel like something isn’t right, you should always go see your gynaecologist.

5. Krankheiten in Verbindung mit Menstruation // diseases connected to periods

Ich glaube, viele werden schon früh etwas über TSS (Toxisches Schocksyndrom) lernen, wenn sie menstruieren. Es ist eine der bekanntesten und gefährlichsten Krankheiten in Verbindung mit der Periode. Hervorgerufen durch Bakterientoxine, ist TSS eines der Risiken die mit dem Benutzen von Tampons einhergehen (wie zuvor erwähnt). Wenn du ein Tampon zu lange benutzt, oder deine Hände vor dem Einführen nicht wäschst, läufst du Gefahr dir eine bakterielle Infektion einzufangen, im schlimmsten Fall TSS. Das Toxische Schocksyndrom kann tödlich enden, was ein sehr beängstigender Gedanke ist. Es ist zwar SEHR selten, aber du solltest trotzdem darauf achten dein Tampon oder deine Menstruationstasse regelmäßig zu wechseln und dir vorher gründlich die Hände zu waschen.
In den letzten Jahren habe ich außerdem von Endometriose erfahren, was eine weitere Krankheit ist, mit der einige Menschen mit Gebärmutter zu kämpfen haben. Eine von zehn menstruierenden Personen ist davon betroffen, obwohl wenige darüber reden oder überhaupt wissen, dass es existiert. Bei Endometriose produziert der Körper Gewebe, ähnlich dessen der Gebärmutterschleimhaut, nicht nur in der Gebärmutter selbst, sondern auch außerhalb. Das ist normalerweise sehr, sehr schmerzhaft und das Gewebe muss oft operativ entfernt werden. Das Schlimme daran ist, dass Betroffene oft erst nach jahrelangem Leiden diagnostiziert werden. Das liegt nicht nur daran, dass mensch nicht über die Existenz dieser Krankheit aufgeklärt wird, sondern dass uns auch beigebracht wird, dass extreme Schmerzen während der Periode einfach dazugehören. Ich war früher immer irritiert, wenn meine Freund*innen zuhause geblieben sind, weil sie Unterleibsschmerzen hatten. Jetzt weiß, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass eine oder mehrere Personen in meinem Umfeld Endometriose haben. Es gibt auch noch andere Krankheiten, die in Verbindung mit dem Uterus stehen, zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs usw. Falls du also unter ungewöhnlich starken Blutungen oder Schmerzen leidest, oder dir irgendetwas anders vorkommt, solltest du deine*n Frauenärzt*in zu Rate ziehen. Es ist immer besser, einen Test mehr zu machen, als im Stillen zu leiden und nicht Bescheid zu wissen.



I think many people who have to deal with periods will learn about TSS (Toxic Shock Syndrome) at a young age, because it is one of the most commonly known and dangerous diseases connected to periods. It is caused by bacterial toxins and is one of the risks that come with using tampons (as mentioned earlier). When you leave a tampon in for too long, or your hands aren’t clean when you insert it, you run the risk of getting a bacterial infection, in the worst case scenario TSS. Toxic Shock Syndrome can end deadly, which is a very scary thought. It is VERY rare, however you should always be sure to change your tampon and menstrual cup regularly and wash your hands beforehand.
In recent years I also learned about endometriosis, which is another illness womb bearers might have to deal with. Actually 1 out of 10 people with reproductive organs are affected by it, yet few really talk or know about it. With endometriosis your body will grow tissue similar to your uterus lining not only inside your womb, but also outside of it. This is usually very, very painful and the tissue often has to be removed through surgery. The horrible thing is that people who are affected by this, often only get diagnosed after years of suffering. Because not only does no one educate you on this illness, but we are also taught that it’s normal to be in pain and suffer whilst on our period. I remember being irritated by my friends actually staying at home because they were in so much pain. Now I know better, because it is very likely that some people I know will have endometriosis. There are also other menstrual conditions that might affect a menstruating person, such as cervical cancer, etc. If you are suffering from severe cramps and pain or experience something unusual, please ask your doctor about it. It’s always better to run one too many tests than to suffer in silence without knowing what’s going on.

6. es ist okay, die Periode nicht zu mögen/haben zu wollen // it’s okay to not like/want your period

Es gibt viele Gründe, weshalb jemensch mit einer Gebärmutter und Periode keine monatlichen Blutungen haben möchte, oder es nicht mag. Lasst uns ehrlich sein, es ist keine spaßige, monatliche Erfahrung. Momentan habe ich überhaupt keinen Bock mehr meine Tage zu haben und wünschte, ich könnte sie einfach abstellen.
Die Symptome die mensch während der Periode hat, können dazu führen, diese Zeit des Monats nicht zu mögen. Trans oder nichtbinäre Menschen können während ihrer Periode schlimme Dysphorie gegenüber ihren Körpern empfinden. Im Großen und Ganzen ist es einfach ein blutiges Unterfangen, kann unangenehm riechen, einem Schmerzen und Stimmungsschwankungen bereiten…
Versteht mich nicht falsch, ich liebe die Positivität rund um die Periode, die langsam in der Gesellschaft aufkommt. Es ist höchste Zeit, dass wir darüber reden und uns nicht schämen müssen. Trotzdem finde ich es problematisch, wenn mensch versucht andere davon zu überzeugen, dass mensch nicht mehr negativ über die Menstruation reden darf. Das einzige das ich wichtig finde ist, offen mit der Periode umzugehen – gegenüber dir selbst und, wenn du dich dazu entschließen solltest, gegenüber anderen. Wenn du also, aus welchen Gründen auch immer, nicht bluten möchtest, ist das mehr als in Ordnung.



There are many reasons why someone with a reproductive system and a period might not want to bleed, or dislikes it. Let’s be honest, it isn’t a particularly fun experience to go through every month. I am currently very fed up with my period and wish there was a switch-off button.
The symptoms that come with periods can make you dislike that time of the month. Trans or non-binary people might experience severe body dysphoria when having periods. And all in all, it is bloody, can be smelly, will give you pain and mood swings and what not…
Don’t get me wrong, I love the period positivity that is slowly rising up to the surface in our society. It’s high time for us to talk about it and not be ashamed. However, I think it’s problematic to try and make others believe that it is not okay to talk negatively about it. I think the only thing that matters is to be open about periods with yourself and if you chose to, with others. So if you don’t want to bleed for whatever reason that’s more than okay.

7. Sex während der Periode // period sex

Nur noch ein weiteres Taboo, das mit dem Taboo der Periode in Verbindung steht, juhu!
Aber so wie die Menstruation, ist auch Sex ein Thema über das wir offener und ohne Schamgefühl sprechen müssen. Beides sind völlig natürliche Dinge und gemeinsam können sie sogar Vorteile haben. Es ist nachgewiesen, dass Orgasmen Krämpfe und Schmerzen lindern. Wenn du mit vaginaler Trockenheit zu kämpfen hast, kann deine Periode als natürliches Gleitgel dienen, sodass Penetration weniger schmerzhaft ist. Viele Menschen sind außerdem sehr horny und einfacher erregt, während sie ihre Periode haben, also warum sollte mensch sich zurückhalten?
Es kann natürlich etwas blutig werden, aber mensch kann ein Handtuch drunterlegen oder unter die Dusche springen und dann kann es losgehen! Natürlich nur, wenn du dich damit wohl fühlst.



Just another taboo topic related to the taboo around periods, yay!
But like periods, sex is something we need to talk about more openly and without shame. Both are such natural things. And combined with each other, they can actually have benefits. Orgasms are known to reduce cramps and pain. If you struggle with dryness, your period will give you a natural loop of some sort, to make penetrative sex less painful. Many people will also be more horny and easily aroused during their period, so why hold back?
Sure, it can be a bloody affair, but just put down a towel or hop in the shower and get started! Only if you feel comfortable with it, of course.

8. Mangelnde Bildung // not enough education

Ich kann mich nicht erinnern, wahnsinnig viel über die Periode in der Schule gelernt zu haben. Wir haben ausführlich über Schwangerschaft und darüber, dass wir am besten keinen Sex haben sollten, geredet. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, tiefergehende Infos über den Menstruationszyklus bekommen zu haben.
Einer meiner Expartner wusste nicht, dass die Periode länger als einen Tag dauert.
Dieser Punkt ist eigentlich einer der Gründe, warum ich angefangen habe mich für sexuelle Aufklärung, Feminismus und alles drum herum zu interessieren. Die Informationen, die mensch mir nicht geben wollte, musste ich eben von irgendwoher bekommen. Ich finde es traurig – ich würde mir wünschen, dass alle Menschen mit Uterus mehr über ihren Körper wissen und vorbereitet sein können. Ich denke, dass es immer eine Art gibt mit Kindern und allen anderen, angemessen und offen über Sex und Körperlichkeit zu sprechen; das Alter ist da völlig irrelevant. Meine eigene Erziehung hat mir gezeigt, dass dies möglich ist. Ich möchte nicht mehr von Menschen hören, die aufwachen und denken dass sie krank sind oder sterben, weil da Blut auf dem Laken ist. Einfach, weil ihnen nie jemensch von Perioden erzählt hat. Ich will, dass Menschen die nicht bluten über Menstruation Bescheid wissen und Verständnis und Mitgefühl zeigen. Wie bei so vielen Dingen im Leben – nur weil es einen selbst vielleicht nicht betrifft, heißt das nicht, dass mensch in der Sache unwissend bleiben darf/soll.



I don’t remember learning a lot about periods in school. We talked in depth about pregnancy and how we should not have sex, but I don’t remember being given a lot of information about the menstrual cycle.
One of my ex partners didn’t know that periods last longer than one day.
This is actually one of the reasons why I got into sex education, feminism and all that. I just had to get the information that people weren’t giving to me somewhere else. And I think it’s sad – I wish for all people with a reproductive system to know their bodies and be prepared. I think that, just like my up-bringing has shown me, there is always a way to talk about periods and sex with people, no matter their age. I don’t want to hear about people thinking they are ill or will die because they wake up with bloody sheets and no one has ever told them about periods. And I want people who don’t have periods to know what is happening and show understanding and compassion. Just like so many things in life – even if it doesn’t affect you, it does not mean you can be oblivious to it.

9. die Periode ist politisch // periods are political

Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft und das bedeutet, dass auch die Periode eine politische Sache ist. Dinge wie Gesellschaftsschichten, das Bildungssystem, Gleichberechtigung, Rassismus usw. spielen hier mit rein!
Ein ganz einfaches Beispiel: erst vor kurzem wurde die „Tamponsteuer“ in Deutschland gekürzt. Vorher war die Mehrwertsteuer bei Periodenprodukte höher als die  bei einem Rennpferd oder Schnittblumen (was zum…?). Jetzt gehören sie zum Grundbedarf (wie Rennpferde und Blumen, lol), was super ist, aber trotzdem sind sie noch verhältnismäßig teuer und viele Menschen können sie sich nicht leisten.
Aus der Menstruation so ein Taboothema zu machen, verbindet diese politisch auch mit Dingen wie körperliche Selbstbestimmung, Abtreibungsrecht, Sexismus, Gleichberechtigung…
Feminist*innen kämpfen seit langem gegen Periodenamut, für Gleichberechtigung und ein Bewusstsein aller für Menstruation. Es gibt einfach viele politische und strukturelle Dinge, die mit dem Zyklus zusammenhängen und die nicht ignoriert werden dürfen!



Since we live in a patriarchal society, periods are a highly political thing. Issues such as social class, the education system, gender equality, racism etc. come into play here!
Just an easy example: only recently, the “tampon tax“ was cut in Germany. Before that the tax rate for period products was higher than the one for a racing horse or a bouquet of flowers (whaaat?!). Now they are taxed as necessities (just like racing horses and flowers, lol) which is great, but they are still fairly expensive and many people can’t afford them.
Making periods such a taboo in society, also links to the debates about bodily autonomy, abortion rights, sexism, equality…
Feminists have been fighting against period poverty, for gender equality and awareness around periods for many years. There are just a lot of political and structural things that are connected to periods and they can’t be ignored.

10. Periode ≠ Frau // Periode ≠ woman

Seit ich begonnen habe mich mit Sex, Körperlichkeit und Beziehungen auseinanderzusetzen, habe ich viel über weitverbreitete (falsche) Vorstellungen, unsere (Geschlechts-)binäre Gesellschaft, Diskriminierung und so weiter gelernt.
Etwas, das junge Menschen mit Uteri früh beigebracht bekommen ist, dass der Beginn der Menstruation bedeutet, dass mensch dadurch zur Frau wird. Ich bin auch in diesem Glauben aufgewachsen. Als ich das erste Mal in besagter Schwimmbadumkleide meine Tage bekam, war ich zwar genervt wegen des Timings, aber auch erleichtert – endlich war ich eine Frau. Jetzt wo ich älter bin und mitbekomme, wie sich der Diskurs rund um Gender und die Periode verändert, verstehe ich, dass dieses Denken problematisch ist. Dieses Narrativ, dass die Menstruation jemenschen zu einer „richtigen Frau“ macht, reproduziert das binäre Genderspektrum und schließt so viele Menschen aus. Also hier nochmal, weil es gewisse Menschen (Sie, Dessen Name Nicht Genannt Werden Darf) noch immer nicht verstanden haben: ein Mann kann seine Periode haben. Eine nichtbinäre Person kann menstruieren, eine Frau kann eine Frau sein, auch ohne eine Periode. Alle auf ihre Fortpflanzungsorgane zu reduzieren ist ein Problem. Die Periode zu haben macht Dich zu nichts weiterem als einem Menschen.

Was hast Du “learning by doing“-mäßiges über die Periode gelernt? Was sollte jeder nicht mentruierende Mensch wissen?
Schreib es in die Kommentare!
//K.



Ever since I started being interested in everything regarding sex, bodies and relationships, I’ve learned a lot about common misconceptions, our gender binary society, discrimination and so on.
Something that young people with a reproductive system are taught is that their womb and their period is what makes them women. I grew up believing this too. When I first got my period that time at the public pool, I was annoyed, but I also felt a sense of relief – I was finally a woman. Now that I’m older and witnessing how the discourse around gender and periods is changing and being questioned, I understand that it’s wrong. That narrative of periods making you a real woman, just reproduces the gender binary and excludes so many people. So, since certain people (She Who Must Not Be Named) still have trouble understanding this: you can be a man and have a period. You can be non-binary and have a period. You can be a woman and not have a period. Reducing people to their reproductive organs is a problem. Having a period is not – it doesn’t make you anything, except human.

What is something you learned by having your period? What do you think everyone who isn’t menstruating should know about periods?
Write a comment!
//K.

Ein Gedanke zu „10 BLOODY FACTS

  1. Ich hatte meine Periode das erste Mal mit 11 Jahren und erinnere mich sehr genau daran, dass ich den Plan hatte, es meiner Mutter zu verschweigen bis ich 16 war (für mich war 16 das richtige Alter, die Periode zu bekommen). Ich finde, dass man dadurch sieht, wie sehr die Periode mit „Erwachsen werden“ und „Frau sein“ in Verbindung gebracht wird – dabei sind die meisten Menschen zu Beginn der Periode noch Kinder, und eine Menstruation macht einen nicht gleich zur Frau.
    Als jemand, der lange Zeit sehr mit Unterleibsschmerzen zu kämpfen hatte, habe ich folgende Tipps:
    1. Nimm ein Schmerzmittel, sobald du das erste Blut siehst, nicht erst, wenn die Schmerzen einsetzen.
    2. Tee und Wärme können helfen, führten bei mir aber eher zu Übelkeit und Erbrechen.
    3. Neben Schmerzmitteln hat mir noch dunkle Schokolade, Masturbation und Ruhe geholfen.

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