BUSENFREUND*INNEN // BOSOM BUDDIES:
PRIDE MONTH SPECIAL PART VI.
Als ich das Musikvideo zu Nemos The Code das erste Mal auf meinem Handybildschirm gesehen und den Song das erste Mal gehört habe, wusste ich: Der Song ist mein Favorit für den Eurovision Song Contest 2024. Der genreübergreifende Hybrid aus Drum’n’Bass, Pop und Oper blieb durchgängig spannend, geradezu unberechenbar. Damit passt der Stil zum Inhalt, der sich um Nemos Selbstfindung als nicht-binäre Person dreht. „Nichts fühlt sich besser an als die Freiheit, die ich durch die Erkenntnis gewonnen habe, dass ich nicht-binär bin“, sagte Nemo 2024 dazu.
The first time I saw the music video for Nemo’s The Code on my phone screen and heard the song, I knew: This is my top pick for the Eurovision Song Contest 2024. The genre-spanning hybrid of drum ‘n’ bass, pop, and opera remained consistently exciting, downright unpredictable. The style fits the content, which revolves around Nemo’s self-discovery as a non-binary person. “Nothing feels better than the freedom I gained from realizing that I am non-binary,” Nemo said in 2024.
Man müsse sich ansehen, wie die Welt sich in den letzten Monaten verändert hat. „Es ist ein zunehmend feindseliger und beängstigender Ort für queere und transgender Menschen geworden“, sagt Nemo. „Ich weiß nicht, ob ich den Mut hätte, als junger Queer einen so feierlichen, fröhlichen und selbstbewussten Song zu schreiben und ihn vor – ich weiß nicht wie vielen – Millionen Menschen zu performen.“
Ich kenne das Gefühl, das Nemo hier beschreibt, wenn auch in einem deutlich kleineren Maßstab. Als ich meinen Partner vor fast neun Jahren bei einem Seminar mit dem wundervollen Titel The Right to Love (deutsch: „Das Recht zu lieben“) kennenlernte, gingen wir nach wenigen Tagen Hand in Hand durch Warschau. Heute, nach mehreren persönlichen Vorfällen, ist das undenkbar. Hand in Hand durch die Stadt zu gehen, wäre für uns auch in Deutschland kein Ausdruck von Zuneigung mehr, sondern politischer Protest. Eine trotzige Reaktion auf die Angriffe, die wir erlebten und die uns erwarten.
“Wir bleiben hier!”, lautet das diesjährige Motto des Leipziger Christopher-Street-Days. Es ist selbstbewusst und kraftvoll. Doch wenn „Wir bleiben hier“ die Antwort ist, muss „Bleiben oder gehen?“ die Frage gewesen sein. Und diese Frage klingt schon deutlich weniger kraftvoll, sondern beengt und ängstlich.
„Bleiben oder gehen?“ ist dabei nur die Kurzform einer Reihe anderer Fragen: Wird mir hier respektvoll begegnet? Lasse ich mich verscheuchen? Habe ich hier eine Zukunft? Kann ich hier noch etwas bewirken? Kann ich mich hier frei entfalten? Bin ich hier noch sicher?
Diese Fragen kommen leider nicht aus dem nichts. Die Hassgewalt gegen queere Menschen hat nach Angaben des BKA zuletzt um rund 50 Prozent im Jahresvergleich zugelegt. 50 Prozent! In Regensburg und Gelsenkirchen wurden zuletzt CSD-Demos abgesagt, weil es, wie es im Polizei-Jargon heißt, eine „abstrakte Bedrohungslage“ gab. In Wernigerode wurde gar ein konkreter Anschlagsplan vereitelt. Auf den CSDs, die stattfinden, sieht man immer öfter die Bedrohung ganz konkret: Gegendemos von Neonazis inklusive Hitlergruß und brennenden Regenbogenfahnen sind mittlerweile Normalität. In Esslingen gab es Eierattacken und Schüsse mit einer Softair-Waffe, in Emden einen Fall gefährlicher Körperverletzung.
Mit der AfD haben die Queerfeinde einen parlamentarischen Arm: Als Gegenentwurf zum queeren Pride-Monat feiert sie einen „Stolzmonat“. Das dazugehörige Logo mit sieben Streifen in schwarz-rot-goldenen Farbschattierungen findet sich im Juni häufig in den Profilbildern neben Hasskommentaren. Die Botschaft ist klar: Queerness ist undeutsch. Die AfD gibt sich dabei besonders viel Mühe, Hass gegen Queers als Sorge um Kinder und Familien zu verkleiden. Insbesondere schwule Männer und trans Menschen sollen als schlechter Einfluss auf Kinder und potenzielle Vergewaltiger dargestellt werden. [Die Hintergründe dazu könnt ihr in Renés Beitrag zum Pride Month Special lesen.]
Von der Bundesregierung ist währenddessen wenig zu erwarten. Auf Druck der Union wurden trans Menschen vom Gewalthilfegesetz ausgeschlossen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist in der Vergangenheit damit aufgefallen, wie er Homosexuelle rhetorisch in die Nähe von Vergewaltigern von Kindern rückte, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte behauptet, wer homosexuelle Paare gleichstellen wolle, betreibe „Familienfeindlichkeit“.
Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD die transfeindlichen Narrative der AfD sogar übernommen: Man werde das Selbstbestimmungsgesetz evaluieren – mit einem „besonderen Fokus auf die Auswirkungen auf Kinder“ und den „Schutz von Frauen“. Das Narrativ, dass queere Menschen Kinder anwerben müssten, soll nach dem Ende des Homosexuellen-Paragraphen 175 der Nationalsozialisten 1994 nun also wieder Einzug halten ins Gesetzesblatt, genauso wie die alte falsche Film-Trope des vergewaltigenden und killenden „creepy crossdressers“. Dieses Vorgehen ist entweder boshaft oder hochgradig naiv, auf jeden Fall äußerst alarmierend.
One would have to look at how the world has changed in recent months. “it’s become an increasingly hostile and scary place for queer and trans people to live in,” says Nemo. „I don’t know if I would have the guts to be a baby queer and write such a celebratory, joyful and confident song and perform it in front of I don’t know how many million people.”
I know the feeling Nemo describes here, albeit on a much smaller scale. When I met my partner almost nine years ago at a seminar with the wonderful title The Right to Love, we were walking hand in hand through Warsaw after just a few days. Today, as a result of several personal incidents, that is unthinkable. Walking hand in hand through the city would no longer be an expression of affection for us, even in Germany, but rather a political protest. A defiant response to the attacks we have experienced and those that await us.
“We’re staying here!” is this year’s motto for the LGBTQIA Pride March in Leipzig. It is confident and powerful. But if “We’re staying here” is the answer, then the question must have been “Should we stay or should we go?” And that question sounds much less powerful, but rather constrained and fearful
“Should we stay or should we go?” is merely the abbreviation of a series of other questions: Am I treated with respect here? Am I allowing myself to be intimidated? Do I have a future here? Can I still make a difference here? Can I freely develop myself here? Am I still safe here?
Unfortunately, these questions do not come out of nowhere. According to the Federal Criminal Police Office (BKA), hate crimes against queer people have recently increased by around 50 percent year-on-year. 50 percent! In Regensburg and Gelsenkirchen, the Pride Marches were recently canceled because, as the police put it, there was an “abstract threat situation.” In Wernigerode, a concrete attack plan was even foiled. At the LGBTQ+ pride parades that do take place, the threat is becoming increasingly apparent: counter-demonstrations by neo-Nazis, including Hitler salutes and the burning of rainbow flags, are now the norm. In Esslingen, there were egg attacks and shots fired with an airsoft gun, and in Emden, there was a case of dangerous bodily harm.
With the Alternative for Germany (AfD) party, queer haters have a parliamentary arm: as a counterpoint to Queer Pride Month, they celebrate their own “Stolzmonat”, which translates to “Pride Month” as well. In June, the accompanying logo, featuring seven stripes in shades of the German national colors black, red, and gold, can often be found in profile pictures accompanying hateful comments. The message is clear: being queer is un-German. The AfD goes to great lengths to disguise hatred against queers as concern for children and families. Gay men and trans people in particular are portrayed as a bad influence on children and potential rapists. [You can read more about the background to this in René’s article for this Pride Month Special.]
Meanwhile, little can be expected from the federal government. Following pressure from the Christian Democrats (CDU/CSU), trans people were excluded from the Violence Assistance Act. In the past, Federal Chancellor Friedrich Merz (CDU) stood out for his rhetoric that likened homosexuals to child rapists, while Federal Interior Minister Alexander Dobrindt (CSU) claimed that anyone who wanted to grant equal rights to homosexual couples was acting in a “family-hostile” manner.
In their coalition agreement, the CDU/CSU and SPD have even adopted the transphobic narrative of the AfD: they plan to evaluate the Self-Determination Act – with a “special focus on the effects on children” and the “protection of women.” The narrative that queer people must recruit children is now set to return to the law books after the end of the Nazis‘ Paragraph 175 on homosexuality in 1994, as is the old and false film trope of the raping and killing “creepy crossdressers.” This approach is either malicious or highly naive, but in any case extremely alarming.

Darüber hinaus ist „Wir bleiben hier“ natürlich eine trotzige Antwort auf die Gefahren, denen wir ausgesetzt sind: „Wir lassen uns nicht einschüchtern.“ Ich weiß, wie viel Energie Trotz freisetzen kann. Trotz ist häufig der letzte Rettungsanker in einer zutiefst depressiven Situation.
Das sieht man auch aus der Situation, aus der der Ausspruch stammt: Im Sommer 1989 in Leipzig skandierten bei den Montagsdemonstrationen immer wieder Leute den Ruf “Wir wollen raus”.in einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur schilderte der Schriftsteller Martin Jankowski, was geschah, als dann die Ausreisekandidaten aus der DDR sich nach dem Friedensgebet wieder um die Nikolaikirche formierten und das einzige öffentlich sichtbare Thema wieder die Ausreise war: “Da platzte uns, den Aktivisten um die Nikolaikirche, wirklich der Kragen, und dann fingen wir an, erst vereinzelt und dann im Chor, sehr aufgebracht zurückzuschreien: ‘Wir bleiben hier!’” Der Schriftsteller Christoph Hein ergänzte ebenfalls auf Deutschlandfunk Kultur, dass nach der Zeit der Ausreiseanträge diese sich neu formierende Bewegung noch “bedrohlicher klang, die sagten: Wir haben mit diesem Staat, mit dieser Regierung nichts am Hut, aber wir gehen nicht, wir bleiben hier, wir fallen euch auf die Nerven, wir machen Widerstand.”
Mit der ständigen Fragerei, ob man gehen soll, macht man es auch heute den Gegnern queerer Menschen unnötig einfach. Die Entscheidung, hier zu bleiben, ist die Voraussetzung dafür, im Kampf gegen Faschisten überhaupt handlungsfähig bleiben zu können.
Dabei ist der Wunsch, hier zu bleiben, wenig überraschend. Natürlich will ich hier bleiben. Hier habe ich es mir hier zuhause gemacht. Selbstverständlich ist das erstmal mein Plan A. Aber was ist mit Plan B?
Beyond that, “We’re staying here” is obviously a defiant response to the dangers we face: “We won’t be intimidated.” I know how much energy defiance can unleash. Defiance is often the last lifeline in a deeply depressing situation.
This can be seen from the situation in which the saying originated. In the summer of 1989, people in Leipzig repeatedly chanted „We want out“ at the Monday demonstrations. In an interview with Deutschlandfunk Kultur, writer Martin Jankowski described what happened when the emigration candidates gathered around St. Nicholas Church again after the peace prayer and emigration was once again the only publicly visible issue: „We, the activists around St. Nicholas Church, really lost our temper. First, we shouted back individually, and then in unison, very upset: ‚We’re staying here!'“ Writer Christoph Hein added on Deutschlandfunk Kultur that, after the period of emigration applications, the newly forming movement „sounded even more threatening, saying: We have nothing to do with this state or this government, but we’re not leaving. We’re staying here. We’re getting on your nerves. We’re resisting.“
Today, constantly wondering whether to leave makes it unnecessarily easy for the opponents of queer people. The decision to stay here is a prerequisite for remaining capable of action in the fight against fascists.
At the same time, the desire to stay here is hardly surprising. Of course I want to stay here. I have made this place my home. Needless to say, that is my plan A for now. But what about plan B?

„Heute bist du Gittel, morgen bist du Edith und nächste Woche bist vielleicht ein scheiß Hummer. Ändern kannst du deinen Namen in Amerika“, antwortet ihre Mutter entnervt.
Gittel würde man heute als trans bezeichnen, ihr Erzählstrang in der Serie spielt allerdings im Berlin der frühen 1930er Jahre. Sie hat einen sogenannten „Transvestitenpass“. „Keiner kann mich verhaften und ich werde beschützt von der Stadt“, hatte sie ihrer Mutter erklärt.
Gittels Absage an eine Flucht in die USA stößt bei der jüdischen Mutter auf Unverständnis. „Ich will zu diesem Mann“, sagt sie wütend und stürmt zu Magnus, aus dessen Institut auch der Pass kommt. „Was ist das, ein Zirkus, ein Sexzirkus? Ein Zoo zum Ficken? Eine Religion? Eine Sexreligion?“, fragt sie Magnus. „Nein, ich glaube nicht an Religionen“, antwortet er. „Ich glaube an die Wissenschaft, ich glaube an die Wahrheit, ich glaube an die Vernunft, an den Fortschritt. Hier, sehen Sie sich um! Sie sind in meiner Bibliothek, Sie sind hier neben meinem Museum. Unter meiner medizinischen Abteilung… Sie machen Witzchen. Das alles ist die Zukunft! Hier ist Gittel sicher, ich versprech’s Ihnen.“
“Today you’re Gittel, tomorrow you could be Edith, after that you can be a fucking lobster. Change your name when you get to America, please,” her mother replies, exasperated.
Today, Gittel would be described as trans, but her story in the series is set in Berlin at the beginning of the 1930s. She has a so-called transvestite passport. “No one can arrest me. I am protected by the city,” she had explained to her mother.
Gittel’s refusal to flee to the US is met with incomprehension by her Jewish mother. “I want to go to this man,” she says angrily and storms off to Magnus, whose institute issued the passport. “What is this, a circus, a sex circus? A zoo for fucking? Are you starting a religious… a sex religion?” she asks Magnus. “No, I don’t believe in religions,” he replies. “I believe in science, I believe in truth, I believe in reason, in progress. Look, look around! Look around! You’re in my library, you are next to my museum. You’re underneath my medical ward… You make fun! This is the future!”
Als Hirschfeld 1920 nach einem seiner Aufklärungsabende bewusstlos geschlagen wurde, ging die Meldung um, er sei tot. Hirschfeld antwortete darauf, er lebe und hoffe, dass er erst dann sterben werde, wenn er seine Gegner „von der Richtigkeit meiner Anschauung und der Notwendigkeit meiner Lebensarbeit überzeugt habe, was wohl noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen wird“. Die Aggressionen gegen das Institut für Sexualwissenschaften nehmen nicht erst unter Hitlers Herrschaft zu, sondern bereits unter Franz von Papen. Doch die Nationalsozialisten zerstörten das Institut bereits vier Monate nach der Machtübertragung. Hirschfeld selbst hatte, anders als in der Serie dargestellt, das Glück, zu diesem Zeitpunkt bereits im Ausland zu sein.
When Hirschfeld was knocked unconscious after one of his educational evenings in 1920, rumors spread that he was dead. Hirschfeld responded by saying that he was alive and hoped that he would not die until he had convinced his opponents “of the correctness of my views and the necessity of my life’s work, which will probably take quite some time.” Aggression toward the Institute for Sexual Science began to increase not only under Hitler’s rule, but already under Franz von Papen. However, the National Socialists destroyed the institute just four months after coming to power. Contrary to what is portrayed in the series, Hirschfeld himself was fortunate enough to already be abroad at that time.

Die Szene ist so geschnitten, dass sie mit dem Haupt-Erzählstrang der Serie, welcher in unserer heutigen Zeit spielt, verschwimmt. Die ältere transgeschlechtliche Protagonistin Maura Pfefferman verlässt darin panisch ein Festival für Frauen, nachdem ihr erklärt wurde, dass trans Frauen nicht willkommen sind. Dass sich die Menge an diesem eigentlich als Safe Space gedachten Ort schnell in einen Mob verwandeln kann, hatte sie kurze Zeit früher erfahren. Nun eilt sie davon – ohne ihre erwachsenen Töchter, die die Vorzüge des Festivals weiter genießen wollen.
Maura geht, obwohl sie den Safe Space wohl am dringendsten benötigt. Die Töchter bleiben hier, obwohl Maura ihre Unterstützung braucht.
The scene is edited in such a way that it blurs with the main narrative thread of the series, which is set in the present day. In it, the elderly transgender protagonist Maura Pfefferman frantically leaves a festival for women after being told that trans women are not welcome. Shortly before, she had experienced how this place, which was supposed to be a safe space, could quickly turn into a mob. Now she rushes away – without her adult daughters, who want to continue enjoying the festival.
Maura leaves, even though she probably needs the safe space the most. The daughters stay behind, even though Maura needs their support.
Diesen Song hat Nemo nun geschrieben. „Und ich werde ihn dieses Jahr beim Eurovision Song Contest vortragen“, sagte Nemo in einer Videobotschaft wenige Tage vor dem Finale des Gesangswettbewerbs, bei dem traditionell der*die jeweilige Vorjahresinterpret*in mit einem sogenannten „interval act“ auftreten darf.
Nemo performte also 2025 in einem Outfit, das erklärtermaßen mit Kontrasten zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit, Stärke und Verletzlichkeit sowie Struktur und Freiheit spielen soll, den Song Unexplainable (zu deutsch: Unerklärlich). Es ist ein Auftritt, der sich von The Code kaum stärker hätte unterscheiden können.
In den angeblich sozialen Medien scherzten Nutzer, nichts hätte sie darauf vorbereiten können. Jemand schrieb, der Titel des Liedes wäre bereits eine Warnung gewesen. Eine Person schrieb, er habe es seinen Kindern nicht erklären können. Manche erkundigten sich nach dem Wohlbefinden Nemos, andere empfahlen professionelle Hilfe. Wieder andere: zuerst einen Exorzisten und dann erst professionelle Hilfe.
Während Nemos Darstellung ganz klar von äußeren Impulsen geprägt war, fokussierten sich die Kommentare auf Nemos individuellen psychischen Zustand. Aufmerksamen Leser*innen mag aufgefallen sein, wie sich hier auch queerfeindliche Narrative wiederfanden; fast als müssten die Kommentator*innen noch einmal den Grund bestätigen, warum Nemo diesen Song geschrieben hat.
Nemo has now written that song. “And I’m gonna perform it at Eurovision this year,” said Nemo in a video message a few days before the final of the singing competition, in which the previous year’s winner traditionally performs an ”interval act.“
So in 2025, Nemo performed the song Unexplainable in an outfit that was deliberately designed to play with contrasts between femininity and masculinity, strength and vulnerability, structure and freedom. It was a performance that could hardly have been more different from The Code.
On so-called social media, users joked that nothing could have prepared them for this. Someone wrote that the title of the song was already a warning. One person wrote that they couldn’t explain it to their children. Some asked about Nemo’s well-being, others recommended professional help. And some said: first an exorcist, then professional help.
While Nemo’s portrayal was clearly influenced by external impulses, the comments focused on Nemo’s individual mental state. Attentive readers may have noticed how queerphobic narratives also found their way into the comments, almost as if the commenters needed to confirm once again why Nemo wrote this song.

Das Musical hat eine komplexe Entstehungsgeschichte: Christopher Isherwoods autobiografisch inspirierter Roman „Goodbye to Berlin“ wurde von John Van Druten mit dem Stück „I Am a Camera“ adaptiert. Dessen Verfilmung verarbeiteten Fred Ebb und Joe Masteroff mit Musik von John Kander zum Musical “Cabaret”. Eine gelungene Cabaret-Verfilmung aus dem Jahr 1972 mit Joel Grey, Michael York, Liza Minelli und Fritz Wepper in den Hauptrollen und vielbeachtete Inszenierungen wie etwa mit Alan Cumming bzw. Eddie Redmayne als Emcee haben die jeweils nachfolgenden Inszenierungen beeinflusst.
In aktuellen Inszenierungen ist es meist so, dass die Spielstätte zum Kit-Kat-Club wird und das Publikum zu dessen Besuchern*innen. Der Emcee, der Conferencier, führt durch den Abend, animiert mitunter zum Mitmachen und gewinnt mit der Musik von John Kander und Fred Ebb das Publikum: Lasst die Sorgen zuhause, denn hier ist das Leben schön, hier sind die Frauen schön und sogar das Orchester. „Willkommen, bienvenue, welcome“, singt er. „Glücklich zu sehen, Je suis enchanté, Happy to see you, Bleibe, reste, stay!“
The musical has a complex history. Christopher Isherwood’s autobiographically inspired novel Goodbye to Berlin was adapted by John Van Druten into the play I Am a Camera. Fred Ebb and Joe Masteroff then adapted the play into the musical Cabaret, with music by John Kander. The 1972 film adaptation of Cabaret, starring Joel Grey, Michael York, Liza Minnelli, and Fritz Wepper, as well as highly regarded productions starring Alan Cumming or Eddie Redmayne respectively as the Emcee, have influenced subsequent productions.
In current productions, the venue usually becomes the Kit Kat Club and the audience becomes its visitors. The emcee, the master of ceremonies, guides the audience through the evening, encouraging them to participate and winning them over with the help of the songs by John Kander and Fred Ebb: Leave your worries at home, because life is beautiful here, the women are beautiful here, and even the orchestra. “Willkommen, bienvenue, welcome,” he sings. “Glücklich zu sehen, Je suis enchanté, Happy to see you, Bleibe, reste, stay!”
Und nun ist er da. Und die Geschichten der einzelnen Charaktere brechen abrupt ab, bevor sie erst richtig angefangen haben.
And now it’s here. And the stories of the individual characters abruptly break off before they have properly begun.
Seit Trumps erster Amtszeit ist mir zunehmend bewusst geworden, dass die größte Gefahr von der Normalisierung ausgeht. Es dauert häufig nur wenige Wochen von der Empörung darüber, dass man so etwas doch nicht sagen oder tun könne, bis man über dasselbe anstandslose Verhalten hinwegsieht. Denn so etwas machen er und seine Anhänger – sogar in den Reihen des Supreme Courts – doch andauernd. Der Tabubruch ist Alltag geworden, und mit ihm wird Gewalt alltäglicher.
Es ist also wichtig, einen Punkt für sich zu definieren, von dem man nicht abweicht. Eine Sache, die nun aber wirklich das allerletzte Warnsignal ist. Wenn das passiert, dann ist es Zeit für Plan B.
Wie leicht es ist, diese Entwicklung zu übersehen – im Stück wie auch im realen Leben –, zeigt sich in den Reaktionen auf die aktuelle Broadway-Inszenierung von Cabaret, bei der Adam Lambert eine Weile den Emcee spielte. In einer Nummer tanzt der Emcee mit einem Affenweibchen, das einen Brautschleier trägt. Er sieht sich offenbar gezwungen, zu erklären, warum er sie liebt, obwohl dies anderen unverständlich ist, und singt daher das Lied „If you could see her“ – Wenn du sie sehen könntest. Erst zum Schluss des Songs wird enthüllt, dass diese Nummer mit dem Affenweibchen eine Parallele zur Liebesgeschichte zwischen der Vermieterin und dem jüdischen Obsthändler bildet: “Wenn du sie mit meinen Augen sehen könntest, würde sie überhaupt nicht jüdisch aussehen.“
Es ist ein antisemitischer Witz, den der Emcee an dieser Stelle bringt, und er nutzt dafür (wie so viele Comedians heute) das zuvor aufgebaute Vertrauensverhältnis zum Publikum aus. Dieser Moment soll illustrieren, wie sehr er sich nun an das Nazi-Regime angepasst hat. Dem Publikum, das darauf trainiert ist, Witze an bestimmten Stellen zu erwarten, soll das Lachen im Halse stecken bleiben.
Since Trump’s first term in office, I have become increasingly aware that normalization poses the greatest danger. It often takes only a few weeks to go from being outraged by someone saying or doing something terrible to overlooking the same behavior. Because that’s what he and his supporters, even those in the Supreme Court, do all the time. Breaking taboos has become part of everyday life, and violence has become more commonplace as a result.
Therefore, it’s important to define a point that you won’t deviate from. This is one thing that should be your very last warning sign. When that happens, it’s time for Plan B.
How easy it is to overlook this development—both in the play and in real life—is evident in the reactions to the current Broadway production of Cabaret, in which Adam Lambert played the Emcee for a while. In one number, the Emcee dances with a female monkey wearing a bridal veil. He apparently feels compelled to explain why he loves her, even though others find this incomprehensible, and so he sings the song “If You Could See Her.” Only at the end of the song is it revealed that this number with the female monkey parallels the love story between the landlady and the Jewish fruit seller: “If you could see her through my eyes, she wouldn’t look Jewish at all.”
It is an anti-Semitic joke that the host proffers, and he exploits (like so many comedians today) the relationship of trust he has cultivated with the audience. This moment illustrates how much he has adapted to the Nazi regime. The audience, trained to expect jokes at certain points, is left with their laughter stuck in their throats.
“Wenn du sie sehen könntest” zeigt eindrücklich, wie Entmenschlichung funktioniert. Der Satz „Trans women are women“ hat es schwer, wenn erstmal das Zerrbild etabliert ist, dass trans Frauen eigentlich Vergewaltiger seien. Ist es erst gelungen, Menschen als etwas anderes als Menschen darzustellen, wie etwa als Affen, wird alles, was diese Menschen (und ihre Liebsten) tun, durch die Linse betrachtet, dass sie ja Affen oder andere Ungeheuer seien. Für diese Menschen wird alles erklärungsbedürftig, was sie tun und wer sie sind. Doch Erklärungen verlieren ihre Wirkung in den Köpfen derer, die bereits von entmenschlichenden Narrativen beeinflusst wurden: Denn nichts wirkt affiger, als ein Affe, der sich wie ein Mensch verhält.
„If You Could See Her“ impressively illustrates how dehumanization works. Once the distorted image of trans women as rapists has been established, the phrase „trans women are women“ has a hard time. Once people are successfully portrayed as nonhuman, such as monkeys, everything they (and their loved ones) do is viewed through that lens. For these people, everything they do and who they are requires an explanation. But explanations lose their effect in the minds of those who are already influenced by dehumanizing narratives: Nothing seems more bizarre than a monkey acting like a human.
Der Obsthändler trägt in seiner letzten Szene einen Koffer in der Hand und einen Judenstern auf der Brust – und ist doch optimistisch. Denn er kenne die Deutschen, weil er selbst einer ist. Wir wissen, wie seine Geschichte ausgeht.
In his final scene, the fruit seller carries a suitcase and wears a Star of David, yet he remains optimistic. After all, he thinks that he knows the Germans — he is one himself. We know how his story ends.

Nemo sehnt sich nach der Nacht, in der, anders als am Tag, niemand mehr eine Erklärung dafür verlangt. „Seems I spend all my days / Waiting for the night / …. / Just let me fall asleep / Turn back into her.“ (zu Deutsch: „Es scheint, als würde ich meine Tage damit verbringen, / auf die Nacht zu warten / … / Lass mich einfach einschlafen / Und wieder zu ihr werden.“)
Der Song veranschaulicht, wie Magnus Hirschfelds Motto „Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit“ an seine Grenzen kommt. Keine Erklärung, warum wir so sind, wie wir sind, kann in einem entmenschlichenden gesellschaftlichen Klima jemals ausreichen. Wie im Affen-Stück in Cabaret wird uns die für wirklich niemanden erfüllbare Aufgabe auferlegt, zu beweisen, dass wir normale Menschen sind.
Neunzig Jahre nach Magnus Hirschfelds To, ist die Forschung über Homo- und Bisexualität sowie Trans- und Intergeschlechtlichkeit weit fortgeschritten, wobei Queer- und Gender-Studien sich zu eigenständigen Forschungsbereichen entwickelt haben. Die Erfüllung von Hirschfelds Wunsch, seine Gegner (idealerweise noch vor seinem Tod) von der Richtigkeit seiner Anschauung zu überzeugen, ist wieder in weiter Ferne gerückt.
Während ich mich fragte, wann es Zeit ist, zu gehen, ging Nemo einen Schritt weiter (oder einen Schritt zurück, je nachdem, wie man es sieht). Nemo verbindet die Tatsache, unerklärbar zu sein, mit der Frage, wohin wir gehen. „Oh, wohin gehen wir? / Ich denke, irgendwie ergibt das alles irgendwo einen Sinn / Aber, ooh, woher soll ich das wissen? / Was, wenn ich unerklärlich bin?“ (Übersetzung)
Nemo longs for the night, when, unlike during the day, no one demands an explanation. „Seems I spend all my days / Waiting for the night / … Just let me fall asleep / Turn back into her.“
The song illustrates how Magnus Hirschfeld’s motto “Through science to justice” reaches its limits. No explanation of why we are the way we are can ever suffice in a dehumanizing social climate. As in the monkey act in Cabaret, we are burdened with a task that no one could ever fulfill: proving that we are normal human beings.
Ninety years after Magnus Hirschfeld’s death, research on homosexuality, bisexuality, trans identity, and intersexuality has advanced considerably, with queer and gender studies emerging as separate fields of research. The fulfillment of Hirschfeld’s wish to convince his opponents (ideally before his death) of the correctness of his views is once again a distant prospect.
While I wondered when it is time to go, Nemo took it a step further—or a step back, depending on your perspective. Nemo connects the idea of being unexplainable with the question of where we are going: „Ooh, where do we go? / I reckon it all makes sense somewhere somehow / But, ooh, how will I know? / What if I′m unexplainable?“


Auf die Zerstörung von Wissen folgten rechtliche Rückschritte. Trump verhinderte den Einsatz von trans Personen im Militär, hob Dekrete zum Schutz queerer Angestellter auf, schränkte geschlechtsangleichende Maßnahmen ein, untersagte trans Schüler*innen den Zugang zu geschlechtskongruenten Toiletten und Sportteams, stoppte Programme zur HIV-Prävention, erlaubte den Ausschluss queerer Menschen aus Krankenhäusern und ließ queere Menschen in Verfolgerstaaten abschieben.
Die Politik Trumps macht an den Grenzen der USA nicht halt. So verschickten US-Botschaften auch an Unternehmen in Europa Briefe. Damit sollen die Unternehmen dazu gebracht werden, sogenannte „DEI“-Programme zu beenden. Gemeint sind Maßnahmen, mit denen sichergestellt werden soll, dass nicht nur weiße heterosexuelle cis Männer eingestellt werden, sondern auch Menschen, die Minderheiten angehören. Große deutsche Unternehmen wie Volkswagen sind bereits kampflos eingeknickt und folgen nun den Anweisungen Trumps.
Die Reichweite von Trump und seinen einflussreichen Gefolgsleuten sehen wir auch auf Social-Media-Plattformen, den Orten, die auch hierzulande längst der zentrale Ort für Berichterstattung und politische Kontroversen geworden sind. Seit Elon Musks Übernahme ist bei Twitter-Nachfolger X der Hass gegen queere Menschen durch die Decke gegangen; Meta lässt es nun zu, wenn Facebook und Instagram dazu genutzt werden, um queere Menschen als geisteskrank darzustellen. Die EU-Kommission hat mit neuen Digitalgesetzen eigentlich die Macht, dagegen vorzugehen. Doch in Trumps Handelskrieg scheint ihr der Verkauf deutscher Volkswagen wichtiger zu sein.
Auch in anderen Lebensbereichen droht der Einfluss von US-Unternehmen. So setzt die Polizei in mehreren Bundesländern bereits heute eine US-Analysesoftware ein, die mit allen möglichen Daten gefüttert werden könnte – also auch mit Informationen über Ehepartner*innen oder den Wechsel des Geschlechtseintrags. Bereits heute wird das Programm allein in Hessen 15.000 Mal jährlich genutzt, obwohl wir wissen, dass sogenannte “Künstliche Intelligenz” menschliche Vorurteile reproduziert und verstärkt. In den USA wird die Software auch für die willkürlichen Abschiebungen in ausländische Foltergefängnisse genutzt.
The destruction of knowledge was followed by legal setbacks. Trump prevented transgender people from serving in the military, repealed decrees protecting queer employees, restricted gender affirmation treatments, prohibited transgender students from accessing gender-congruent restrooms and sports teams, stopped HIV prevention programs, permitted the exclusion of queer people from hospitals, and deported queer people to countries that persecute them.
Trump’s policies do not stop at the US borders. US embassies have also sent letters to companies in Europe. The aim is to persuade companies to end so-called “DEI” programs. This term refers to measures designed to ensure that not only white, heterosexual cis men are hired, but also people who belong to minority groups. Large German companies such as Volkswagen have already bowed down without a fight and are now following Trump’s instructions.
The reach of Trump and his influential followers can also be seen on social media platforms, which have long since become the central venue for reporting and political controversy in this country as well. Since Elon Musk’s takeover, hatred against queer people has skyrocketed on Twitter’s successor, X; Meta now allows Facebook and Instagram to be used to portray queer people as mentally ill. The EU Commission actually has the power to take action against this with new digital laws. But in Trump’s trade war, the sale of German Volkswagen seems to be more important to them.
Other areas of life are also threatened by the influence of US companies. For instance, police forces in several German states use US analysis software that can be fed all kinds of data, including information about spouses or changes in gender registration. This program is used 15,000 times a year in Hesse alone, despite the fact that so-called „artificial intelligence“ reproduces and amplifies human prejudices. In the US, this software is also used for arbitrary deportations to foreign prisons where torture is common.

The right to love, das Recht zu lieben, das mein Partner und ich vor neun Jahren in einem Seminar suchten, findet sich in unserer Verfassung in mehreren Artikeln. Das Bundesverfassungsgericht begründete die zunehmende Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit dem Schutz der Familie in Artikel 6. Die Rechte von trans und inter Personen fand das Gericht ebenfalls in Artikel 6, im Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Artikel 2) und in der Menschenwürde (Artikel 1). Und nicht zuletzt gibt es das Diskriminierungsverbot in Artikel 3.
In seiner Geschichte hat das Bundesverfassungsgericht nicht immer geschafft, die in unseren Grundrechten verbrieften Lehren aus der Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus auch auf queere Menschen anzuwenden. Doch es hat seine Fehler in späteren Urteilen zunehmend korrigiert.
Die im Grundgesetz garantierten Rechte sind auch heute noch nicht vollständig verwirklicht, sondern sie sind eine Selbstverpflichtung, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Wenn unsere Bundesregierung nun allerdings beginnt, Gerichtsurteile, wie etwa die Urteile zu Abweisungen von Flüchtlingen an den Grenzen, zu ignorieren, ist dieses Versprechen gefährdet – und mit ihm, ein Recht, das so fundamental und selbstverständlich für einen Rechtsstaat ist, dass es nicht einmal explizit niedergeschrieben ist: Das Recht, Rechte zu haben.
Unter den niedergeschriebenen Grundrechten ist für queere Menschen wohl das Grundrecht auf Asyl am wichtigsten. Sie ist in vielen Fällen die Voraussetzung dafür, dass man sich die Frage “Gehen oder bleiben?” im Ernstfall überhaupt stellen kann.
Wenn sich genug Staaten beteiligen, wirkt die Genfer Flüchtlingskonvention wie eine internationale Versicherung gegen Verfolgung und Entrechtung. Wird allerdings das Grundrecht auf Asyl hierzulande eingeschränkt, schadet dies nicht nur Verfolgten aus anderen Ländern. Es erodiert mittelfristig diese internationale Versicherung, da sie nur funktioniert, wenn die Lasten breit verteilt werden und das Grundrecht auf Asyl in möglichst vielen Staaten in Anspruch genommen werden kann. Wird in Deutschland das Recht auf Asyl eingeschränkt, verschlechtert sich diese Versicherung auch für Deutsche.
Hätte es die Genfer Konvention damals schon gegeben, wäre Christopher Isherwoods Partner Heinz Neddermeyer vielleicht niemals nach Deutschland abgeschoben und für seine Homosexualität verurteilt worden. „Wir bleiben hier“ muss also auch bedeuten: Wir bleiben ein sicherer Zufluchtsort für Menschen, die vor Verfolgung aufgrund ihrer Sexualität oder Identität – oder auch aus anderen Gründen – geflüchtet sind.
Nicht nur wir bleiben hier, sondern auch: Sie bleiben hier.
//S.
The right to love, which my partner and I sought in a seminar nine years ago, can be found in several articles of the German constitution. The Federal Constitutional Court justified the growing equality of same-sex partnerships by referencing the protection of the family in Article 6. The court also found the rights of transgender and intersex individuals in Article 6, as well as in the right to free development of personality (Article 2) and human dignity (Article 1). Lastly, Article 3 prohibits discrimination.
Throughout its history, however, the Federal Constitutional Court has not always applied the lessons learned from the persecution and murder of queer people under National Socialism to them. Nevertheless, the court has corrected its mistakes in later rulings.
The rights guaranteed in the German Basic Law have not yet been fully realized, but they represent a commitment to improving every day. However, if our federal government now begins to ignore court rulings, such as those on the rejection of refugees at the borders, this promise is jeopardized—and with it, a right that is so fundamental and self-evident in a constitutional state that it is not even explicitly written down: the right to have rights.
Of all the fundamental rights written down, the right to asylum is probably the most important for queer people. In many emergency situations, it is a prerequisite to even be able to ask, „Should I go or stay?“
The Geneva Convention on Refugees acts as an international insurance policy against persecution and disenfranchisement if enough countries participate. However, restricting the fundamental right to asylum in this country will harm not only persecuted people from other countries. In the long term, it erodes this international insurance policy because it only works if the burden is widely shared, and if the right to asylum can be claimed in as many countries as possible. If Germany restricts the right to asylum, this insurance deteriorates for its own citizens as well.
Had the Geneva Convention existed at the time, Christopher Isherwood’s partner, Heinz Neddermeyer, might never have been deported to Germany, where he was convicted for his homosexuality. „We are staying here“ must therefore also mean: We will remain a safe haven for people who have fled persecution because of their sexuality, gender identity, or other reasons.
Not only are we staying, but they are too.
//S.

Alter: 30
Körbchengröße: //
Stern
Momentaner Lieblingssong: Training Season – Dua Lipa. Denn gesellschaftlich ist die Trainingssaison tatsächlich vorbei. It’s crunch time.
Wenn ich ein Tier wäre, dann wäre ich: die „Naturschutz-Eule“ im neuen wütenderen Design.
Drei Dinge, die ich nicht mag: Speisepilze, AI slop und Faschisten.
Age: 30
Cup size: //
Zodiac
Current favourite tune: Training Season – Dua Lipa. Because societally speaking, training season is over. It’s crunch time.
If I were an animal, I would be: the owl on the „Nature Conservation“-signs, but in a new, angrier design.
Three things I do not like: mushrooms, AI slop and fascists.
So wonderfully written!