FINA: REMEMBERING THE BYRD’S NEST

BUSENFREUND*INNEN // BOSOM BUDDIES:
PRIDE MONTH SPECIAL PART III.

The Byrd’s Nest war ein kleines Café, nur vier oder fünf Tische, und die Speisekarte hing als Kreidetafel an der Wand. Nachdem das Sommersemester geendet hatte, ging ich ein paar Mal die Woche dorthin. Es war auf der Chrwys Road, irgendwo zwischen der Bibliothek und der Apotheke, in der ich mein Sertralin abholte. Ich ging meistens zum Frühstück hin (ich konnte sowieso nicht schlafen), und blieb bis sich das Café um die Mittagszeit füllte. 
An solchen Tagen packte ich den alten Wanderrucksack meiner Schwester: eine Wasserflasche, zwei oder drei Notizbücher, meine Federtasche, und ein Buch aus der Thursday Next Reihe. Noch eine Strickjacke oben drauf gestopft, die Wanderschuhe und die Regenjacke angezogen und los ging es. An der Whitchurch Road entlang, am Friedhof vorbei, und drei Bushaltestellen später schließlich die hellgraue Fassade des Cafés.
Ich bestellte immer dasselbe – ein Amerikanisches Frühstück mit extra Bacon, und einen Latte Macchiato später wenn ich anfing zu schreiben. Es gab einen Tisch bei einem der Erkerfenster, perfekt um nach draußen zu schauen und Fußgänger zu beobachten.




The Byrd’s Nest was a small place, only four or five tables, with the menu written out on a chalkboard on one wall. After the summer term ended, I went there a couple of times a week. It was on Chrwys Road, somewhere between the library and the pharmacy where I picked up my Sertraline. I would go in for breakfast (I couldn’t sleep in anyway), and stay until things got busy around lunch time. 
On those mornings, I packed my sister’s old outdoor backpack: a water bottle, two to three notebooks, my pencil case, and whichever Thursday Next novel I was reading at the time. Stuff a cardigan on top of that, put on hiking boots and a rain jacket, and off I went. Down Whitchurch Road, past the cemetery and three bus stops, right up to the café and its light grey façade. 
It didn’t take long for the people working there to know me and my order – American Breakfast with extra bacon, and a latte later on when I’d start writing. There was a table near one of the bay windows, perfect for looking out and watching passers-by. 
Ich lehnte mein aufgeklapptes Buch gegen die Zuckerdose, und arbeitete mich durch Pancakes, Bacon und Ahornsirup. Ich verlor mich Im Brunnen der Manuskripte und verbrachte Zeit mit Miss Havisham und der Grinsekatze. die übrigens eine ziemlich gute Bibliothekar*in ist. Vielleicht klingt es wie ein Klischee, aber obwohl ich immer allein dort saß, war ich nicht einsam. Mehr als das: dieses Café war ein sicherer Ort. Ich mochte die Musik, und die Menschen, die dort arbeiteten, und in Jasper Fforde’s Büchern hatte ich ein neues fiktionales Zuhause gefunden. Nach dem Frühstück bestellte ich meinen Kaffee. Ich fing nicht sofort an zu schreiben, sondern wartete, bis das Koffein mir das Nachdenken leichter machte. Zeit ein paar Wörter aufs Papier zu bringen, einen Textfetzen zu schreiben. Ich hatte ein Buch mit Schreibanregungen für Prosa und versuchte, sie auf Lyrik umzudeuten. Meistens klappte das nicht besonders gut, aber es war die Wiederholung, die zählte – das immer gleiche Frühstück, dieselben Stühle. Der Kaffee war immer gut und die Musik nicht zu laut. Ein rundum verlässlicher Ort. 
The Byrd’s Nest ist mittlerweile geschlossen. Seine Besitzer haben Stühle und Tische zusammengepackt, und das zerdrückte Ledersofa seitwärts durch die Tür manövriert. Die Kreidetafel abgewischt und von der Wand genommen. Das Radio ausgeschaltet und die Tür abgeschlossen. Es fühlt sich seltsam an, sich noch ein zweites Mal zu verabschieden.
//F.




With my book propped open against the sugar bowl, I made my way through fluffy pancakes, bacon, and maple syrup. I let myself fall down The Well of Lost Plots to hang out with Miss Havisham and the Cheshire cat, who is an excellent librarian, in case you didn’t know. It’s a bit of a stereotype, but I never felt lonely sitting there by myself. More than anything, this place was safe. I liked the music and I liked the staff, and Jasper Fforde’s books gave me a new fictional home. I’d finish my breakfast and get my coffee. I never started writing right away. I would continue reading, until the caffeine began to buzz and sharpen my thoughts. Get some words down on paper, write a draft. Read your book of prose prompts and turn them into poems. This didn’t go too well. But it was the repetition that counted – the same breakfast, the same chairs, the coffee always good and the music never too loud. A place that was utterly dependable. 
The Byrd’s Nest is closed now. The owners will have packed up the tables and chairs, manoeuvred the squashed leather sofa sideways out the door. They’ll have wiped the chalk board and lifted it off its hook. Turned off the speakers, locked the door. How strange to say goodbye all over again.
//F.
Name: Fina (sier/siem)
Alter: 24
Körbchengröße: //
Sternzeichen: Stier
Momentaner Lieblingssong: This is Berk – John Powell
Wenn Ich Ein Tier Wäre, Dann Wäre Ich: eine Katze
Drei Dinge Die Ich Nicht Mag: //




Name: Fina (they/them)
Age: 24
Cup Size: //
Zodiac Sign: Taurus
Current Favourite Tune: This is Berk – John Powell
If I Were An Animal, I Would Be: a cat
Three Things I Do Not Like: //

Finas erster Gedichtband mit dem Titel „She Ate Her Brain“ erscheint dieses Jahr beim walisischen Verlag LlaisNewydd. Du kannst mehr Informationen auf der Website von LlaisNewydd finden, oder ihnen auf Twitter folgen: @LlaisNewydd.




Fina‘s first poetry chapbook „She Ate Her Brain“ will be out this year with Welsh publisher Llais Newydd. You can find LlaisNewydd on their website or on Twitter @LlaisNewydd.

Fotos // Photos: ©Fina S.

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