HOPELESS ROMANTIC

Hassliebe // love it or hate it

Ich bin süchtig nach romantischen Komödien. Um genau zu sein habe ich dieses Jahr über fünfzig Romcoms geschaut und das Jahr ist noch nicht mal vorbei. Also habe ich durchschnittlich mindestens eine Romcom in der Woche gesehen, was verrückt ist wenn mensch bedenkt, dass ich wirklich nicht mein ganzes Leben vor dem Fernseher verbringe.
Mich verbindet eine gewisse Hassliebe mit Romcoms. Wenn ich sie gucke, bin ich voll dabei und liebe es, aber danach falle ich oft in ein tiefes Loch und fühle mich einsam und erbärmlich, weil ich Single bin. Also warum tue ich mir das immer wieder an?!



I am crazy obsessed with romantic comedies. As in, I have watched more than fifty this year and the year isn’t even over yet. So apparently I watch at least one romcom a week, which is ridiculous, considering that my life does not solely happen in front of my TV.
The thing is, I have a love/hate relationship with romantic comedies. While I watch them, I get super into it and enjoy it a lot, but afterwards I fall into a deep hole of feeling lonely and pathetic because I’m single. So why do I keep watching these films?!
Romcoms sind so vorhersehbar! Zwei Menschen begegnen sich, lernen sich kennen und verlieben sich in einander, dann gibt es ein Problem, Hindernis oder Missverständnis und am Ende vertragen sie sich und sind super happy und verliebt. Zusätzlich zu der sich immer wieder wiederholenden Handlung, ist das meiste was Romcoms als „romantisch“ und als „Liebe“ darstellen total problematisch. Fast immer, dreht sich alles um ein heterosexuelles Paar, in dem beide Parteien super sexy und erfolgreich sind. Sexualisierungen, Altersunterschiede, dass mensch nur dann „komplett“ ist, wenn er*sie eine*n Partner*in hat, veraltete Geschlechterrollen, Grenzüberschreitungen, Eifersucht, das erste Mal als etwas das perfekt, romantisch und orgasmisch sein muss darzustellen, Stalking und Monogamie sind nur ein paar der Dinge, die in Romcoms romantisiert, normalisiert und als erstrebenswert dargestellt werden. Das sollten sie nicht. 
Ich find’s schlimm, dass ich all diese Dinge einfach hinnehme und sogar erwarte, wenn ich zur Entspannung einen Film anschmeiße. Bin mir ziemlich sicher, dass Romcoms mich  abgefuckt haben, weil meine Erwartungen an einen Partner und eine Beziehung anscheinend viiiel zu hoch und unrealistisch sind. Als ich jünger war wusste ich es einfach nicht besser und Romcoms waren ein Weg zu lernen, was mensch von Liebe und Beziehungen erwarten sollte. Je älter ich werde, desto sicherer bin ich mir, dass ich AUF KEINEN FALL ein Liebesleben wie im Film haben will. Die sind so überspitzt, ungesund und unrealistisch. 
Wenn ich Romcoms gucke, erwische ich mich aber trotzdem dabei wie ich denke „das will ich auch“ oder „ich wünschte, das wäre mein Leben“ und dann muss ich mich ständig selbst daran erinnern, dass mein Gehirn mir einen Streich spielt und mir einreden will dass es romantisch ist, wenn ein Mitzwanziger seine sechzehnjährige Stiefschwester dated, oder wenn mensch eine Beziehung mit dem Kindheitsschwarm simuliert um dem Ex der Schwester klar zu machen, dass mensch nicht in ihn verliebt ist; oder um die halbe Welt zu reisen um einen Typen den mensch eine Woche gedated hat zu stalken und eine Nachricht von seinem Handy zu löschen die mensch betrunken geschrieben hat… Du wirst Dich nicht plötzlich in den Prinzen eines Mikrolandes verlieben, von dem du vorher noch nie was gehört hast und deine Freundschaft+ verwandelt sich nicht in Deine große Liebe.
Das ist nicht cool.

Obwohl Romcoms eine Art der Entspannung bieten und ich dabei abschalten kann (grade weil sie immer gleich sind), fühle ich mich schlecht sobald der Abspann läuft. Ich find’s dann mega scheiße Single zu sein und hasse mich dafür, dass sowas mir nicht auch passieren kann. Andererseits, wenn der The Kissing Booth Plot sich in meinem Leben abspielen würde, würde ich die Beine in die Hand nehmen.
Ich versuche mir immer zu sagen, dass die wichtigste Beziehung die ich im Leben haben werde die mit mir selbst ist und dass romantische Liebe nicht die einzige Form der Liebe ist, die wichtig ist. Das hilft meistens. Aber die Einfachheit der Romcomstories lässt mich immer wieder noch eine und noch eine und noch eine schauen wollen. Es ist befriedigend, das Paar am Ende vereint zu sehen. Ich liebe die großen Gesten, die Verliebtheit und die romantischen Reden, selbst wenn sie total bescheuert und unrealistisch sind. Es ist schön, wie diese Filme eine perfekte Welt erschaffen und einen glauben machen, dass Märchen wahr werden. Bin eben doch eine hoffnungslose Romantikerin.
Vielleicht merkst Du schon, dass ich ständig hin und hergerissen bin zwischen der Euphorie eine Fantasie auf dem Bildschirm verwirklicht zu sehen und der Tatsache, dass ich mich danach scheiße fühle. Es ist schon ein bisschen wie eine Sucht, weil ich ständig Netflix checke um zu sehen ob es eine neue Romcom gibt, die ich noch nicht kenne… ist auf jeden Fall nicht mein bester Coping-Mechanismus um mit Alltagsstress umzugehen.



Romcoms are so predictable! Two people meet, they get to know each other and fall in love, then there is a problem, obstacle or fight and in the end they get back together and are all happy and lovey-dovey. On top of the same storyline being repeated over and over, what romcoms define as “romantic“ and “love“ is super freaking problematic. Almost always the story involves a heterosexual couple, with both of them being smoking hot and successful. Sexualisation, age gaps, you only being “whole“ and happy if you have a partner, narrow-minded gender rolls, boundaries being disrespected, jealousy, your first time having to be perfect, romantic and orgasm-y, stalking, and monogamy are just a few things on the list of stuff that is being romanticised, normalised and portrayed as desirable, in most romcoms. And they shouldn’t be.

I hate how I have accepted all of these things as normal and even expect them when turning on a movie to relax. Pretty sure it has completely fucked with my head, because my expectations for a partner and a relationship are apparently waaaay to high and unrealistic. When I was younger, I didn’t know any better so romcoms were my way of learning about love and what to expect from it. The older I get, the more I realise how I absolutely DO NOT want a love life straight out of a Hollywood movie. They are so over the top, toxic and unrealistic.
Still, when watching romcoms, I catch myself thinking “I want that“ or “I wish that was my life“ and I have to constantly remind myself that that is just my brain tricking me into thinking that it is romantic for a twenty-something guy to date his sixteen year old stepsister, or faking a relationship with your childhood crush to make sure your sister’s ex does not think that you are in love with him, or travelling half across the globe to stalk a guy you’ve been dating for a week, in order to delete an angry text you send when you were drunk… You will not suddenly fall in love with a prince from some micro-country you’ve never even heard of before and your fuckbuddy situation won’t turn into the love of your life.
It’s not cute.

While romcoms do offer some kind of relaxation and allow my brain to switch off (precisely because they are so predictable), I feel so bad once the credits roll. I hate myself for being single and realising that something like this will never happen to me. Then again, if something like The Kissing Both plot would happen to me in real life, I would run for the hills. 
I always tell myself that the most important relationship I have in life is with myself and that romantic love is not the only type of love there is. That helps most of the time. But the easiness of the romcom stories make me want to watch another and another and another. It’s satisfying to see the couple getting together in the end. I am here for all the grand gestures, puppy love and romantic speeches, even if they are ridiculous and unrealistic. It’s nice how these movies create a picture perfect world that makes you believe in fairytales. At the end of the day, I’m still an absolutely hopeless romantic.
As you might be able to tell, I am constantly torn between wanting the thrill of seeing a fantasy played out on screen and feeling like shit after. It’s a bit like an addiction, to be honest, because I keep coming back to Netflix to check for any romcoms I haven’t seen yet… definitely not my most healthy coping mechanism to deal with the stress of everyday life.
Manche Romcoms, wie die To All The Boys I’ve Loved Before Filme kann ich immer und immer wieder gucken, auch wenn sie auch nicht unproblematisch sind. Aber die, die negative Gefühle auslösen, stoßen immer wieder eine Idee an, die ich jetzt schon länger habe – Ich erwische mich dabei, dass ich selbst gern mal eine romantische Komödie schreiben würde. Eine, die keine ungesunden Erwartungen schürt und unrealistische Vorstellungen von Liebe und Beziehungen kreiert. Das ist vielleicht unmöglich, aber ich mag die Herausforderung. Deswegen will ich sobald ich kann einen Versuch starten! Im besten Falle, wird das eines meiner kreativen Vorhaben für 2021.



Some romcoms, like the To All The Boys I’ve Loved Before series (though not unproblematic), are go-to movies for me and I could watch them on repeat for the rest of my life. But the ones that make me feel bad and pathetic, also do something else for me – I catch myself wanting to write a romcom. One that doesn’t fuel unhealthy expectations and unrealistic ideas of love and relationships. That’s probably impossible, but I do like the challenge. So I have my mind set on trying this as soon as possible! Best case scenario, I will make it one of my creative goals for 2021.
Schreib in die Kommentare, was Deine liebste Romcom-Trope ist und welche Romcoms Du hasst/liebst. Was ist etwas, was du von Romcoms gelernt hast, was deine Vorstellung von „Liebe“ im echten Leben total zerstört hat?
Falls Du möchtest, kannst Du auch Deine eigene Liebesgeschichte (wie hast Du das geschafft?!) mit mir teilen, damit ich ein bisschen Inspiration sammeln kann, haha.
//K.



Put your favourite romcom trope in the comments or tell me which romcom you have a love/hate relationship with. What’s something romcoms taught you that destroyed your idea of “love“ in real life?
If you’d like, you can also share your own love story (how did you do it?! Tell me your secret!) and give me some inspiration for a potential movie script, haha.
//K.

Fotos // Photos: ©Kaja v.d.B.

Ein Gedanke zu „HOPELESS ROMANTIC

  1. Hey K.

    Seit ich gemerkt habe, wie vorhersehbar RomComs sind … schau ich keine mehr. Denn was mich an einem Film (oder einer Serie) hält, ist das unerwartete. Um zu entspannen, schaue ich stattdessen Wettbewerbssendungen zu Küche und Haus oder: Reality TV – ob das weniger problematisch ist? Wahrscheinlich nicht. Aber die Handlung ist nicht so eindeutig, wie bei einer RomCom und die Fremdscham Momente sind andere (Dieser klassische RomCom-Punkt, an dem mensch vor der Protagonistin (gibt es auch RomComs aus Männersicht???) merkt, dass diese gerade in eine sehr unangenehme Situation gerät, aber die Szene noch mind. ne lange Minute läuft? That one. Trash TV hat das nicht.

    Das so meine nächtlichem Gedanken.

    Liebe Grüße von K. aus B. an K. in L.

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