RENÉ: WHY ARE THEY SO OBSESSED WITH US?

BUSENFREUND*INNEN // BOSOM BUDDIES:
PRIDE MONTH SPECIAL PART V.

„Für das, was Ihr wollt, müsst Ihr nicht AfD wählen. Dafür gibt es eine demokratische Alternative: die CDU.“1

Dies schrieb Julia Klöckner (CDU) am 7. Januar 2025 auf ihren Social Media Kanälen. Das dieser Post für Empörung sorgte, ist wenig überraschend. Auch ich sah darin eine Gleichsetzung vom CDU-Programm mit dem der in einem Gutachten des Verfassungsschutzes als gesichert rechtsextrem befundenen AfD. Klöckners Eintrag wurde gelöscht und ein neuer Beitrag auf Instagram und X hochgeladen.

Inzwischen ist Klöckner Bundestagspräsidentin und hat damit protokollarisch das zweithöchste Amt im Staat inne – nach dem Bundespräsidenten und vor dem Bundeskanzler.2 Im Mai ließ sie als Chefin der Bundestagsverwaltung verlauten, dass die Regenbogenflagge zum Berliner CSD nicht mehr am Reichstagsgebäude zu sehen sein wird, sondern lediglich zum IDAHOBIT, dem Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Denn zu einem anderen Tag (wortwörtlich) Flagge zu bekennen, sei nicht nötig – schließlich würde die Bundesflagge, die ja das Grundgesetz repräsentiere, „eben auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und gegen Diskriminierung“ beinhalten.3

Klar, genau das dachte ich mir auch immer, wenn ich an den Gärten diverser Kleingartenanlagen entlang gejoggt bin und die von Rechtsextremen genutzte Reichsflagge (schwarz-weiß-rot) zusammen mit der Deutschlandflagge gehisst wurde. Die haben bestimmt gar nichts böses im Sinne gehabt und sind aktive Unterstützer des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung und total engagiert für unsere Demokratie. Sarkasmus off.

Einen Antrag, die Regenbogenflagge dauerhaft an öffentlichen Gebäuden zu verbieten, reichte übrigens die AfD Fraktion ein.4 Also folgte Klöckner vielleicht doch ihrem gelöschten Motto von „für das was ihr wollt, müsst ihr nicht die AfD wählen“?

Nun kam noch hinzu, dass der von Klöckner eingesetzte Direktor der Bundestagsverwaltung dem queeren Regenbogennetzwerk verbietet, am Berliner CSD teilzunehmen. Keine Sichtbarkeit mehr am höchsten Haus unserer Demokratie und dessen Verwaltungsmitarbeiter:innen dürfen ebenso wenig Sichtbarkeit für Demokratie und Menschenrechte zeigen; und dies alles unter dem Vorwand der „Neutralitätspflicht“.5 Inzwischen hat das Verwaltungsgericht Berlin dieses Argument vollends entkräftet. Nachdem Eltern eines in Berlin zur Schule und dessen Hort gehenden Kindes den Hort verklagte, weil dieser die Progress Pride Flagge sichtbar im Inneren des Hortes aufhing, kam nun das Urteil des Gerichtes. Dieses urteilte, dass die Flagge im Hort hängen dürfe, denn das “staatliche Neutralitätsgebot verlange nicht, dass im erzieherischen Bereich auf die Darstellung wertender Inhalte verzichtet”6 werden müsste. Die Flagge sei nämlich mit verfassungsrechtlichen Vorgaben vereinbar. Neutralität heißt also nicht, dass eine Institution keine Werte vertreten darf, sondern dass diese konform mit dem Grundgesetz sein müssen.





“You don’t have to vote AfD for what you want. There is a democratic alternative: the CDU.”

Julia Klöckner (CDU) wrote this on her social media channels on January 7, 2025. It is hardly surprising that this post caused outrage. I also saw it as an equation of the CDU program with that of the AfD, which was found to be right-wing extremist in a report by the Office for the Protection of the Constitution. Klöckner’s entry was deleted and a new post was uploaded to Instagram and X.

By now, Klöckner is the President of the Bundestag and thus holds the second highest office in the country in terms of protocol – after the president and before the chancellor.2 As the head of the Bundestag administration, she announced in May that the rainbow flag would no longer be displayed on the Reichstag building for the Berlin Pride, but only for IDAHOBIT, the International Day against Homo-, Bi-, Inter- and Transphobia. It is not necessary to (literally) fly the flag on any other day – after all, the federal flag, which represents the Basic Law, “also includes the right to sexual self-determination and against discrimination”.3

Sure, that’s exactly what I thought all the times I jogged along the gardens of various allotment sites and saw the flags of the German Kaiserreich used by right-wing extremists being hoisted together with the German flag. They certainly didn’t mean any harm and are active supporters of the right to sexual self-determination and totally committed to our democracy. Sarcasm off.

Incidentally, the AfD parliamentary group submitted a motion to permanently ban the rainbow flag on public buildings.4  So perhaps Klöckner followed her deleted motto of “for what you want, you don’t have to vote for the AfD” after all?

Now the new director of the Bundestag administration appointed by Klöckner has also banned the queer rainbow network from taking part in the Berlin Pride. No more visibility at the highest house of our democracy and its administrative staff are also not allowed to show any visibility for democracy and human rights; and all this under the pretext of the “principle of neutrality”.5 The Berlin Administrative Court has now completely invalidated this argument. After parents of a child attending school and after-school care in Berlin sued the after-school care center because it had hung up the Progress Pride flag in a visible place, the court has now ruled. The court argues, that the flag was allowed to hang in the after-school care center because the “state principle of neutrality does not demand that the display of valuing content must be avoided within the educational field”.6 The flag is in fact compatible with constitutional principles. Neutrality therefore does not mean that an institution may not represent any values, but that these must conform to the Grundgesetz (constitution).

Deutlich vor diesem Urteil hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (kurz: Gesellschaftsministerium) unter Führung von Karin Prien (CDU) angekündigt mit einem eigenen Wagen beim CSD vertreten zu sein. Anders als Klöckner scheint Prien an Grundprinzipien unserer Gesellschaft festzuhalten. Der Wagen sei ihrer Ansicht nach „ein wichtiges Zeichen für die Anerkennung und den Respekt vor der Vielfalt in unserer Gesellschaft – gerade angesichts zunehmender Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität weltweit und leider auch in Deutschland“.7

Dass die Diskriminierung zugenommen hat, ist in der aktuellen Pride-Saison sehr gut zu erkennen. Mehrere CSDs wurden abgesagt aufgrund von Sicherheitsbedenken.8 Auf einer Kundgebung für Vielfalt und Demokratie in Bad Freienwalde kam es zu tätlichen Angriffen gegen queere Menschen. Bevor es dort mit der Kundgebung richtig losging „attackierte ein Dutzend mutmaßlicher Rechtsextremisten Standbetreiber und Besucher mit Schlagstöcken und verletzte mindestens drei Menschen im Gesicht“. Dass es sich bei den Angreifer:innen um Rechtsextreme handelte, ließe sich wohl sicher sagen, da sie Sturmhauben in den Farben des Kaiserreiches trugen. Neonazis und Reichsbürger:innen nutzen diese Farben gerne.9 Ein Tatverdächtiger wurde bisher ermittelt: „Der RBB berichtete, der Tatverdächtige soll in Zusammenhang mit der neofaschistischen Kleinstpartei Der Dritte Weg stehen.“10

Aber was haben Faschisten eigentlich gegen Vielfalt? Warum sind sie so besessen von uns? Dazu braucht es einen kleinen Einblick in die Faschismusforschung. Dabei will ich voranstellen, dass es gar nicht so einfach ist, Faschismus kurz zu definieren, denn es gibt eine Vielfalt an wissenschaftlichen Beiträgen und Diskursen zu diesem Thema, die sich nahezu über ein Jahrhundert erstrecken. Denn die Auseinandersetzung mit dem Faschismus ist so alt, wie der Faschismus selbst.





In the midst of all of this, way before the court published its ruling, the Federal Ministry of Education, Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth under the leadership of Karin Prien (CDU) has announced that it will be represented at Berlin Pride with its own float. Unlike Klöckner, Prien seems to adhere to the basic principles of our society. In her opinion, the float is “an important sign of recognition and respect for diversity in our society – especially in view of the increasing discrimination based on sexual orientation and gender identity worldwide and unfortunately also in Germany”. 7

The fact that discrimination has increased can be seen very clearly in the current Pride season. Several Prides have been canceled due to security concerns.8 There were physical attacks against queer people at a rally for diversity and democracy in Bad Freienwalde. Before the rally really got going, “a dozen suspected right-wing extremists attacked stand operators and visitors with batons and injured at least three people in the face”. It was safe to say that the attackers were right-wing extremists, as they were wearing balaclavas in the colors of the German Empire. Neo-Nazis and self acclaimed citizens of the Reich like to use these colours.9 One suspect has been identified so far: “RBB reported that the suspect is said to be connected to the neo-fascist micro-party Der Dritte Weg (the third way).”10 

But what do fascists actually have against diversity? Why are they so obsessed with us? This requires a brief insight into the study of fascism. Let me start by saying that it is not so easy to briefly define fascism, as there is a wide range of academic contributions and discourses on this topic that span almost a century. The debate about fascism is as old as fascism itself.

Es gibt eine Reihe von Autor:innen, die Erwähnung und Anerkennung finden sollten. Der Journalist und marxistische Philosoph Antonio Gramsci etwa, der im italienischen Faschismus unter Mussolini im Gefängnis saß. Oder Hannah Arendt, die in ihrem Buch Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft11 den deutschen Nationalsozialismus (als eine Variante des Faschismus) und den Stalinismus als formen totalitärer Herrschaft untersuchte. Hannah Arendt wurde übrigens als Jüdin von den Nazis verfolgt und floh in die USA, wo sie zeitlebens als Professorin lehrte und forschte.

Für einen konzisen Überblick zur Faschismusforschung empfehle ich den Artikel Trumps Regime nicht „Faschismus“ nennen ist Realitätsverweigerung12 von der Historikerin und Expertin zur christlich-rechtextremen Szene in den USA, Annika Brockschmidt, oder auch den Vortrag Vom Schwarzhemd zu TikTok. Postmoderner Faschismus der Politikwissenschaftlerin und Rechtsextremismusexpertin Natascha Strobl, den sie im Rahmen der re:publica dieses Jahr hielt.13

Um nun den Zusammenhang von Faschismus und Vielfalt herauszuarbeiten, möchte ich mich vor allem auf Umberto Eco und Jason Stanley stützen. Eco, u.a. Schriftsteller, Kolumnist, Philosoph und Philologe, hat als Kind die Zeit des italienischen Faschismus erlebt und arbeitet in seinem 1995 erstmals veröffentlichten Essay „Der ewige Faschismus“ vierzehn Merkmale heraus, die er als typische Eigenschaften für das Phänomen benennt, welches er den „ewigen oder Ur-Faschismus“14 nennt.

Eco betont, dass der Faschismus keine Kritik hinnehmen könne, daher sei Dissens für den Urfaschismus Verrat. Gleichzeitig sei Dissens ein Zeichen von Vielfalt. Der Urfaschismus jedoch „wächst und sucht sich Konsens, indem er die natürliche Angst von dem Andersartigen ausbeutet und vertieft.“15 Eco hebt an an dieser Stelle den Standardfeind Nummer eins hervor, den sich (vor)faschistische Bewegungen immer suchen würden: „die Eindringlinge“. Somit sei der Urfaschismus per Definition rassistisch. Ich würde argumentieren, dass „Andersartigkeit“ auf alles und jeden in der Gesellschaft zutreffen kann, was eben nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht und als „anders“ konstruiert wird. So lässt sich Ecos fünftes Merkmal, die Angst vor der Andersartigkeit, direkt mit seinem zwölften Merkmal verbinden, dem Machismo:

„Da sowohl permanenter Krieg als auch Heldentum16 schwierige Spiele sind, überträgt der Ur-Faschist seinen Willen zur Macht auf das sexuelle Gebiet. Dies ist der Ursprung des Machismo“, welcher „nicht nur Frauenverachtung bedeutet, sondern auch Ablehnung und Verurteilung aller nicht zum Standard gehörigen Sexualgewohnheiten, von der Keuschheit bis zur Homosexualität.17





There are a number of authors who should be mentioned and recognized. The journalist and Marxist philosopher Antonio Gramsci, for example, who was imprisoned under Mussolini during Italian fascism. Or Hannah Arendt, who examined German National Socialism (as a variant of fascism) and Stalinism as forms of totalitarian rule in her book The Origins of Totalitarianism.11  Incidentally, Hannah Arendt was persecuted as a Jew by the Nazis and fled to the United States, where she taught and researched as a professor for the rest of her life.

For a concise overview of fascism research, I recommend the article Trump’s regime not being called “fascism” is a denial of reality12  by historian and expert on the Christian far-right scene in the USA, Annika Brockschmidt, or the lecture Vom Schwarzhemd zu TikTok. Postmodern Fascism by political scientist and right-wing extremism expert Natascha Strobl, which she gave at this year’s re:publica.13

In order to work out the connection between fascism and diversity, I would like to draw primarily on the contributions of Umberto Eco and Jason Stanley. Eco, a writer, columnist, philosopher and philologist, experienced the period of Italian fascism as a child and in his essay “Eternal Fascism”14, first published in 1995, he identifies fourteen characteristics that he calls typical features of the phenomenon he calls “Ur-Fascism, or Eternal Fascism.”

Eco emphasizes that fascism cannot accept criticism, which is why dissent is treason for eternal fascism. At the same time, dissent is a sign of diversity. Ur-Fascism, however, “grows up and seeks for consensus by exploiting and exacerbating the natural fear of difference.”15 At this point, Eco points out the standard enemy number one that (pre-)fascist movements would always seek out: “the intruders”. Thus, Ur-Fascism is racist by definition. I would argue that the fear of the different can apply to anything and anyone in society that does not conform to the social norm and is constructed as “different”. In this way, Eco’s fifth characteristic, the fear of otherness, can be directly linked to his twelfth characteristic, the machismo:

“Since both permanent war and heroism16 are difficult games to play, the Ur-Fascist transfers his will to power to sexual matters. This is the origin of machismo”, which entails the “disdain for women and intolerance and condemnation of nonstandard sexual habits, from chastity to homosexuality.”17

Das Argument der Ablehnung von Andersartigkeit lässt sich auch in der Arbeit des Politikwissenschaftlers und Faschismusforschers Jason Stanley18 wiederfinden. Er schreibt in seinem Buch How Fascism Works, wie Faschisten Politik machen. Sein zentrales Argument, welches sich auch bei seinen Vorgänger:innen wiederfindet, lautet, dass das auffälligste Symptom faschistischer Politik die Einteilung in „wir“ und „sie“ sei. Jeder Mechanismus, jedes Gesetz, jede Handlung faschistischer Politik dient dem Zweck, die Unterscheidung zwischen „uns“ und „denen“ zu festigen und zu verstärken.19

Stanley widmet dem Thema sexuelle Ängste ein ganzes Kapitel in seinem Buch. Die gesellschaftlich antrainierte patriarchale Männlichkeit erziehe Männer zu der Erwartung, dass die Gesellschaft Ihnen die Rolle als Versorger und Beschützer der Familie zugestehen würde. Männer hätten durch die ohnehin voranschreitende Gleichstellung der Geschlechter einen vermeintlichen Statusverlust erlebt und fühlten sich dadurch verunsichert. In Krisenzeiten, etwa in Zeiten wirtschaftliche Ängste, seien Männer dann besonders empfänglich für Diskurse, die gegen sexuelle Minderheiten gerichtet seien. Faschistische Politik verzerrt die männliche Angst („male anxiety“), die durch wirtschaftliche Ängste noch verstärkt wird, in die Angst („fear“), dass die eigene Familie von denjenigen existenziell bedroht wird, die ihre Struktur und Tradition ablehnen. Das Interesse, tatsächliche Ursachen wirtschaftlicher Ängste und Nöte zu bekämpfen, hat ein faschistischer Politiker nicht.20

Nun – wozu der kurze Einblick in die Wissenschaft? Damit wollte ich zeigen, dass Faschisten und faschistische Politik unter anderem das Ziel verfolgen, Vielfalt und Dissens (als Folge von Vielfalt) auszuschalten versuchen. Dazu gehört natürlich auch das Unsichtbar machen und Zerstören von Symbolen, die für Vielfalt stehen – etwa die Regenbogenflagge.

Klöckner und große Teilen der Union spreche ich durchaus (noch) zu, eigentlich Probleme lösen zu wollen, aber sie lassen sich so sehr von der AfD treiben, dass sie gar nicht mehr in der Lage sind zu erkennen, wo denn die Probleme überhaupt liegen und welche Ursachen sie haben. Stattdessen verfällt sie in eine mit faschistischen Elementen durchtränkte Kulturkampf-Rhetorik und Politik, woraus sie jedoch nicht profitieren kann. Ein Höhepunkt dessen zeigte sich in der gemeinsamen Abstimmung der Unions-Fraktion mit der AfD-Fraktion Ende Januar 2025. Die darauffolgende Bundestagswahl resultierte in ein für die Union historisch zweitschlechtestes Ergebnis, während sich die Prozentpunkte der AfD verdoppelte.21

Das Verhalten der Unionsparteien lässt sich mit dem Konzept des radikalisierten Konservatismus beschreiben, den die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl in ihrem Buch beschreibt. Aus einem konservativen Bürgertum heraus findet eine Radikalisierung Richtung offenen Rechtsextremismus statt, dem eine „rohe Bürgerlichkeit“22 geprägt durch ein autoritäres Denken zugrunde liegt. Dort, wo konservative Parteien „angetrieben von der Dynamik der rohen Bürgerlichkeit eine Bewegung zum Rechtsextremismus vollziehen, entsteht der radikalisierte Konservatismus.“23

Strobl untersuchte durch die Brille des radikalisierten Konservatismus in ihrem erstmals 2021 veröffentlichten Buch Trumps erste Amtszeit und die Kanzlerschaft unter Sebastian Kurz (FPÖ) in Österreich. Und auch hierzulande ist der Radikalisierungsprozess bereits in vollem Gange, was ich mit diesem Text versucht habe zu zeigen. Und damit – Happy Pride. Wir als demokratische Zivilgesellschaft dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Kein Fußbreit dem Faschismus!
//R.





The argument of rejecting otherness can also be found in the work of the political scientist and scholar of fascism Jason Stanley18. In his book How Fascism Works, he writes about fascist politics and policies. His central argument, which is also echoed by his predecessors, is that the most striking symptom of fascist politics is the division of “us” and “them”. Every mechanism, every law, every act of fascist politics serves the purpose of reinforcing and strengthening the distinction between “us” and “them”.19

Stanley devotes an entire chapter to the topic of Sexual Anxiety. He argues that “patriarchal masculinity sets up men with the expectation that society will allow them the role protectors and providers of their families. In time of extreme economic anxiety, men, already made anxious by a perceived loss of status resulting from increasing gender equality, can easily be thrust into panic by demagoguery directed against sexual minorities. Here fascist politics intentionally distorts the source of anxiety. (A fascist politician has no intention of addressing the root of economic hardship.) Fascist politics distorts male anxiety, heightened by economic anxiety, into fear that one’s family is under existential threat from those who rejects its structure and tradition.”20

Well then – why the brief insight into science? I wanted to show that one of the aims of fascists and fascist politics is to try to eliminate diversity and dissent (as a result of diversity). Of course, this also includes making invisible and destroying symbols that stand for diversity – such as the rainbow flag.

I (still) give Klöckner and large parts of the CDU/CSU credit for actually wanting to solve problems, but they are so driven by the AfD that they are no longer able to recognize what the problems and what their causes are. Instead, they fall into a culture war rhetoric and politics soaked in fascist elements, from which they are unable to profit. This culminated in the joint vote by the CDU/CSU and AfD parliamentary groups at the end of January. The subsequent federal election resulted in a historical second-worst result for the CDU/CSU, while the AfD’s percentage points doubled.21

The behavior of the CDU/CSU conservative parties can be described using the concept of radicalized conservatism, which the political scientist Natascha Strobl describes in her book. From a conservative bourgeoisie, a supposed political middle class, a radicalization towards open right-wing extremism is taking place, which is subject to a “raw bourgeoisie”22 characterized by authoritarian thinking. Where conservative parties “driven by the dynamics of raw bourgeoisie move towards right-wing extremism, radicalized conservatism emerges.”23

Strobl examined Trump’s first term in office and the chancellorship under Sebastian Kurz (FPÖ) in Austria through the lens of radicalized conservatism in her book, which was first published in 2021. And the radicalization process is already in full swing in this country too, as I have tried to show in this text. And with that – Happy Pride. We, as a democratic civil society must not allow ourselves to be intimidated. No space for fascism!
//R.


Name: René (er/ihn)
Alter: 28
Körbchengröße:
Sternzeichen: Skorpion
Momentaner Lieblingssong: Les garçons – Zaho de Sagazan; und/oder Ich weiß es nicht – Mine
Wenn ich ein Tier wäre, dann wäre ich: dieses Jahr ein Murmeltier, die mögen es nämlich gerne kalt.
Drei Dinge, die ich nicht mag: Inkompatibilität zwischen digitalen Geräten, Jens Spahn, Hitze./one_third]





Name: René (he/him)
Age: 28
Cup size:
Zodiac sign: Scorpio
Current favourite tune: Les garçons – Zaho de Sagazan; and/or Ich weiß es nicht – Mine
If I were an animal, I would be: a groundhog, because they like it cold.
Three things I do not like: Incompatibility between digital devices, Jens Spahn, the heat.


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René hat auch 2023 ein Pride Month Special geschrieben! Das kannst Du gerne HIER lesen! Folg ihm außerdem gerne auf Substack!





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QUELLEN & FUßNOTEN // SOURCES & FOOTNOTES

  1. „Julia Klöckner: CDU-Politikerin fischt nach AfD-Wählern und löscht den Post“, Der Spiegel, 9. Januar 2025, zugegriffen 19. Juni 2025, https://www.spiegel.de/politik/deutschland/julia-kloeckner-loescht-anbiederndes-afd-zitat-und-nennt-kritik-daran-infam-a-1fa6b969-19a2-4a34-8b5c-230c0341cef5. ↩︎
  2. „Bundestagspräsidentin“, Deutscher Bundestag, zugegriffen 19. Juni 2025, https://www.bundestag.de/services/glossar/glossar/B/bundestagspraesidentin-245366. ↩︎
  3. „Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zur Beflaggung des Deutschen…“, Deutscher Bundestag, 17. Mai 2025, zugegriffen 19. Juni 2025, https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/1067544-1067544. ↩︎
  4. „Antrag: Schwarz-Rot-Gold als identitätsstiftendes Symbol für unsere Demokratie konsequent bewahren – Traditionelle Beflaggung von Dienstgebäuden des Staates wiederherstellen.“ 3. Juni 2025, Drucksache 21/348 (Deutscher Bundestag). ↩︎
  5. Dass das Argument der Neutralitätspflicht hier nicht greift hat im Laufe der Woche, nachdem ich den Text bereits fertig geschrieben hatte, das Verwaltungsgericht Berlin klar gestellt. Nachdem Eltern eines in Berlin zur Schule und dessen Hort gehenden Kindes den Hort verklagte, weil diese die Progress Pride Flagge sichtbar im Inneren des Hortes aufhing, kam nun das Urteil des Gerichts. Dieses urteilte, dass die Flagge im Hort hängen dürfe, denn das “staatliche Neutralitätsgebot verlange nicht, dass im erzieherischen Bereich auf die Darstellung wertender Inhalte verzichtet” werden müsste. Die Flagge sei nämlich mit verfassungsrechtlichen Vorgaben vereinbar. Neutralität heißt also nicht, dass eine Institution keine Werte vertreten darf, sondern dass diese etwa konform mit dem Grundgesetz sein müssen.  ↩︎
  6. „Progress-Pride”-Flagge darf im Grundschulhort hängen (Nr. 33/2025), Pressemitteilung Verwaltungsgericht Berlin, zugegriffen am 27. Juni 2025, https://www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht/presse/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1573956.php ↩︎
  7. Patricia Hecht und Kersten Augustin, „Queere Sichtbarkeit: Bundestagsgruppe darf nicht zum CSD“, Die Tageszeitung: taz, 17. Juni 2025, zugegriffen 19. Juni 2025, https://taz.de/Queere-Sichtbarkeit/!6091515/. ↩︎
  8. „Polizei untersagt Pride-Events – ‚Abstrakte Bedrohungslage‘ in NRW“, zugegriffen 22. Juni 2025, https://schwulissimo.de/neuigkeiten/polizei-untersagt-pride-events-abstrakte-bedrohungslage-nrw. ↩︎
  9. Andreas Fritsche, „Buntes Freienwalde trotzt rechter Gewalt“, nd-aktuell.de, 16. Juni 2025, zugegriffen 19. Juni 2025, https://www.nd-aktuell.de/artikel/1191926.rechtsextremismus-buntes-freienwalde-trotzt-rechter-gewalt.html. ↩︎
  10. Andreas Fritsche, „Angriff auf buntes Freienwalde: Tatverdächtiger ermittelt“, nd-aktuell.de, zugegriffen 21. Juni 2025, https://www.nd-aktuell.de/artikel/1191964.rechtsextremismus-angriff-auf-buntes-freienwalde-tatverdaechtiger-ermittelt.html. ↩︎
  11. Hannah Arendt, The Origins of Totalitarianism (London: Schocken Books, 1951). ↩︎
  12. Annika Brockschmidt, „Trumps Regime nicht ‚Faschismus‘ nennen ist Realitätsverweigerung“, Volksverpetzer (blog), 14. April 2025, zugegriffen 15. April 2025, https://www.volksverpetzer.de/analyse/trumps-faschismus-nennen/. ↩︎
  13. re:publica 25: Natascha Strobl – Vom Schwarzhemd zu TikTok. Postmoderner Faschismus, 2025, ↩︎
  14. Umberto Eco, Der ewige Faschismus, 4. Aufl (München: Hanser, 2020), 30. ↩︎
  15. Eco, Der ewige Faschismus, 33. ↩︎
  16. Von Eco aufgezählte Merkmale, die ich hier des Platzes wegen nicht weiter erkläre. Sein Essay (auf Englisch) ist zugänglich im Internet. ↩︎
  17. Eco, Der ewige Faschismus, 37. ↩︎
  18. Jason Stanley ist Professor an der Yale-University und benennt die Politik der Trump Regierung als faschistisch. Er hat sich daher dazu entschieden, die USA zu verlassen und an die Universität von Toronto zu wechseln. Stuart Braun, „‚Ein beängstigender Ort‘: Jason Stanley verlässt Trumps USA“, dw.com, 7. April 2025, zugegriffen 23. Juni 2025, https://www.dw.com/de/ein-be%C3%A4ngstigender-ort-jason-stanley-verl%C3%A4sst-trumps-usa-donald-trump-kanada-professor-yale-v2/a-72162748. ↩︎
  19. Jason Stanley, How fascism works: The politics of US and them, Random House trade paperback edition (New York: Random House, 2020), xxx. ↩︎
  20. Stanley, How Fascism Works, 135. ↩︎
  21. „Bundestagswahlergebnisse seit 1949 – Zweitstimmen“, Deutscher Bundestag, zugegriffen 23. Juni 2025, https://www.bundestag.de/parlament/wahlen/ergebnisse_seit1949-244692. ↩︎
  22. Natascha Strobl, Radikalisierter Konservatismus: eine Analyse, Erste Auflage, Edition Suhrkamp 2782 (Berlin: Suhrkamp, 2021), 27. ↩︎
  23. Strobl, Radikalisierter Konservatismus, 30. ↩︎

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