SONJA: THE REAL MONSTER IN THE SUMMER HIKARU DIED: INTERNALISED HOMOPHOBIA AND QUEER HORROR

BUSENFREUND*INNEN // BOSOM BUDDIES:
PRIDE MONTH SPECIAL PART III.

Im Pride Month sprechen wir oft über Sichtbarkeit, Community und die Freude daran, queer zu sein. Gleichzeitig ist Pride aber auch eine Erinnerung daran, dass queere Menschen in einer Welt aufwachsen, die ihnen häufig vermittelt, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Viele von uns kennen das Gefühl, gerade aus unserer eigenen Kindheit oder Jugend,  die eigenen Gefühle zu hinterfragen, sich selbst zu zensieren oder sich zu wünschen, „normaler“ zu sein. Genau deshalb hat mich The Summer Hikaru Died so tief berührt.

Auf den ersten Blick ist der Manga/Anime eine Horror-Geschichte. Es geht um den Jugendlichen Yoshiki und seinen besten Freund Hikaru. Als dieser eines Tages allein in den Bergen verschwindet, kehrt er zwar scheinbar unversehrt zurück. Was jedoch niemand außer Yoshiki erkennt: Etwas anderes kehrte an seiner Stelle zurück – ein Wesen, das aussieht wie Hikaru, spricht wie Hikaru und viele seiner Erinnerungen besitzt, aber eben nicht Hikaru ist. Ein Etwas, das eventuell gefährlicher ist, als es unserem Protagonisten bewusst ist.  Dennoch entscheidet er sich, bei “Hikaru” zu bleiben. Zu groß ist die Sehnsucht nach seinem besten Freund, für den er insgeheim mehr als nur freundschaftliche Gefühle hegt.  So versucht er, mit dem neuen „Hikaru“ weiterzuleben.  

Im Verlauf der Handlung entwickelt das Wesen in Hikarus Gestalt zunehmend eigene Gefühle und eine eigene Persönlichkeit. Gleichzeitig wird Yoshiki immer stärker mit seiner Trauer, seinen Erinnerungen und seinen widersprüchlichen Gefühlen gegenüber seinem verstorbenen Freund konfrontiert. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Monster, Freundschaft und Liebe sowie Vergangenheit und Gegenwart.

Was folgt, ist eine Geschichte voller Body Horror, übernatürlicher Bedrohungen und einer Atmosphäre, die sich von Kapitel zu Kapitel immer weiter verdichtet. Doch je länger man liest, desto deutlicher wird, dass der eigentliche Horror nicht von den Monstern ausgeht. Er entsteht in den Zwischenräumen: In unausgesprochenen Gefühlen, in gesellschaftlichen Erwartungen in dem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt  und in der Angst davor, sich selbst zu erkennen.

Für mich ist The Summer Hikaru Died einer der interessantesten queeren Horror-Manga der letzten Jahre.





During Pride Month, we often talk about visibility, community and the joy of being queer. At the same time, Pride serves as a reminder that queer people have to grow up in a world that often signals to them that something is wrong with them. Many of us will know the feeling, from childhood or youth, to question your own emotions, to sensor yourself and to wish you could be more ”normal”. That’s exactly why reading and watching The Summer Hikaru Died touched me so profoundly.

At first glance, this manga, and the accompanying anime, is a horror story. It’s about the teenager Yoshiki and his best friend Hikaru. The latter one day goes missing on a hike in the mountains and when he returns, he seems to be fine. But Yoshiki seems to be the only one who sees the truth: something else has returned from the mountains in place of his best friend — a creature that looks like Hikaru, talks like Hikaru and shares many of his memories, but that actually isn’t Hikaru. It’s a being that turns out to be more dangerous than our protagonist anticipated. He still decides to stick with this ”Hikaru”. His longing for his best friend is so strong, because secretly he has developed romantic feelings for him. So he tries his best to continue living with this new ”Hikaru”.

As the story progresses, the creature living as Hikaru starts to develop its own emotions and personality. At the same time, Yoshiki has to face his grief, his memories and his torn feelings about his dead best friend. This blurs the lines between human and monster, friendship and love, as well as past and present. 

What follows is a story full of body horror, supernatural threats and an atmosphere that gets darker and denser with every chapter. But the longer you continue reading, the more you start to realise that the real horror is in fact not the monster, but something else. It’s between the lines: in the unspoken feelings, social expectations within the small village where the story takes place, where everyone knows everybody; the horror of getting to know your true self.

To me, The Summer Hikaru Died, is one of the most intriguing queer horror mangas in the last few years.

Wenn das Monster vertrauter ist als die Gesellschaft // When the monster feels more familiar than society

Ein zentraler Aspekt des Mangas ist die Tatsache, dass Yoshiki weiß, dass das Wesen vor ihm nicht Hikaru ist, sondern etwas anderes, übernatürliches, nicht erklärbares. Er weiß es von Anfang an. Trotzdem sucht er seine Nähe. Diese Entscheidung wirkt zunächst irrational. Doch genau hier beginnt für mich die queere Lesart der Geschichte.

Yoshiki verliert nicht einfach seinen besten Freund. Er verliert eine Person, zu der er eine emotionale Verbindung hatte, die deutlich über gewöhnliche Freundschaft hinauszugehen scheint. Der Manga formuliert diese Gefühle nie vollständig aus, doch gerade das macht sie so greifbar. Viele queere Menschen kennen das Gefühl, Emotionen nicht benennen zu können oder zu dürfen. Nicht jede Geschichte von Queerness beginnt mit einem klaren „Ich bin schwul“, „Ich bin lesbisch“ oder „Ich bin trans“. Oft beginnt sie mit Unsicherheit, Verdrängung oder dem Gefühl, dass etwas in einem existiert, für das man noch keine Sprache gefunden hat.

Yoshiki bewegt sich genau in diesem Raum.

Das Wesen, das Hikaru ersetzt hat, wird dadurch zu einer faszinierenden Metapher. Es ist gleichzeitig vertraut und fremd. Es verkörpert etwas, das Yoshiki anzieht und erschreckt. Er möchte Nähe, aber er fürchtet sich vor dem, was diese Nähe bedeutet.

Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass das Monster nicht nur den Verlust von Hikaru symbolisiert. Es verkörpert auch Yoshikis verdrängte Gefühle – Gefühle, die nicht verschwinden, egal wie sehr er versucht, sie zu kontrollieren.





A central aspect of the story is the fact that Yoshiki knows that the creature in front of him isn’t Hikaru, but something different, supernatural, unexplainable. He knows it right away. But he is still looking to get closer to it. That seems to be an irrational reaction at first. But that’s exactly where the queer reading of the story begins. 

Yoshiki doesn’t only lose his best friend. He loses the person that he has a deep emotional connection to that is definitely  more than a regular friendship. The manga never explicitly addresses these feelings, but that’s exactly what makes them so tangible. Many queer people know the feeling of not being able or allowed to articulate their emotions. Not every queer story starts off with a clearly articulated ”I’m gay,” ”I’m a lesbian,” or ”I’m trans.” These stories often start with uncertainty and insecurity, with pushing away your feelings, with trying to ignore the fact that something within yourself exists that you haven’t yet found the right words to describe.

Yoshiki exists and moves exactly within that space.

The being that has replaces Hikaru therefore becomes an interesting metaphor. It’s familiar and alien at the same time. It embodies something that lures Yoshiki in, but frightens him at the same time. He wants closeness, but he is scared of what this closeness might mean.

On the one hand, while reading the manga, I got the feeling that monster represents the loss of Hikaru. On the other hand, it embodies Yoshiki’s bottled up feelings — feelings that don’t disappear, no matter how much he tries to control them.

Internalisierte Homophobie als Horror // Internalised homophobia as horror

Der Manga spielt in einer ländlichen Umgebung, die von Tradition, sozialen Erwartungen und einer gewissen Enge geprägt ist. Niemand muss explizit sagen, dass queere Menschen dort nicht dazugehören. Die Atmosphäre vermittelt es bereits. Die ständige Beobachtung durch andere Menschen, die Angst vor Gerüchten und das Bewusstsein, aufzufallen, erzeugen einen Druck, der vielen queeren Leser*innen vertraut vorkommen dürfte.

Deshalb wirkt Yoshikis Beziehung zu dem neuen Hikaru so schmerzhaft. Er kämpft nicht nur mit dem Verlust seines Freundes. Er kämpft auch mit Gefühlen, die er nie offen leben konnte.

Es gibt einige klassische Horror-Szenen in diesem Werk. Durch Yoshikis ständigen Kontakt zum Übernatürlichen, zu „Hikaru“, verschwimmen die Grenzen zwischen der menschlichen Welt und der Geisterwelt. Übernatürliche Gestalten haben es plötzlich auf ihn abgesehen: Sie verfolgen ihn, greifen ihn an und töten Dorfbewohner. Vor diesen Wesen kann ihn „Hikaru“ zunächst beschützen. Wovor er ihn nicht schützen kann, sind die Lebenden.

Es sind jedoch nicht diese klassischen Gruselszenen, die mir den Atem stocken ließen. Es sind die Alltagsmomente aus Yoshikis Perspektive, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind und besonders im Anime durch den Schnitt und das prägnant unangenehme Sounddesign ein beklemmendes Gefühl hinterlassen.

Yoshiki spricht beim Einkaufen mit einer neugierigen Kassiererin. Das Gespräch wirkt einschüchternd, übergriffig und wird zunehmend unangenehm. Der Fokus richtet sich immer stärker auf Yoshikis innere Panik: ein schüchterner, in sich gekehrter junger Mann, der den Blick meist gesenkt hält, sich hinter seinen schwarzen Haaren versteckt und tiefe Augenringe hat, weil er nachts nicht schlafen kann. Ein Teenager, der alles an sich verbirgt und obendrein, wie die Dorfbewohner sagen, aus einer „Problemfamilie“ stammt. Eine Familie, mit der etwas nicht stimmt und deren Kinder als seltsam gelten.

(Zur kurzen Erklärung: Yoshikis Eltern leben zwar zusammen, doch es wird angedeutet, dass sie keine wirkliche Beziehung zueinander haben. Auch zwischen dem Vater und den Kindern scheint kaum eine Verbindung zu bestehen. An einer Stelle lässt sich sogar eine Lavendel-Ehe hineinlesen. Seine kleine Schwester wiederum leidet unter Ängsten und geht nicht zur Schule.)

Gefundenes Fressen für den Dorfklatsch – der in solchen Momenten viel gefährlicher, bedrohlicher und existenzieller wirkt als jedes Monster.





This manga is set in a very rural area, shaped by tradition, social expectations and a certain feeling of confinement. No one has to say out loud that queer people don’t belong there. The atmosphere speaks louder than words. Being under the watchful eye of other people all the time, the anxiety around being talked about and becoming the centre of the towns gossip, and the pressure of not wanting to step out of line is a very relatable setting for many queer people.

That’s exactly why Yoshiki’s relationship with the new Hikaru is so painful. He isn’t just battling the loss of his best friend and the grief that comes with it, but is also fighting feelings that he has never been allowed to express openly.

There are also some classic horror elements in this story, of course. Through his constant exposure to the supernatural, to ”Hikaru”, the lines between Yoshiki’s human world and the ghost world blur more and more. Suddenly, he is surrounded by strange beings: they haunt him, attack him and kill some of the villagers. At first, ”Hikaru” is able to protect him from these strange creatures. What he can’t protect Yoshiki from are the living. 

But those classic horror scenes weren’t the ones that shocked me. What made my breath hatch was reading about Yoshiki’s regular life. Moments that stuck with me, especially while watching the anime, because of how they are drawn and cut, how uncomfortable the music makes the viewer, leaving you with an eery feeling.

While going grocery shopping, Yoshiki talks to a nosey cashier. The conversation becomes intimidating, invasive, increasingly uncomfortable. The focus shifts more and more to Yoshiki’s inner panic: a shy, introverted young man that more often than not keeps his eyes on the floor, hides behind his black hair and has dark circles underneath his eyes, due to the lack of sleep. A teenager, who hides everything about himself and on top of that, has the villagers talk about him as the child of a ”problematic family”. A family that has something wrong about them and whose kids are known to have something strange about them.

(Quick side note: Yoshiki’s parents do live together, but the story indicates that they are not in a real, typical romantic relationship. There seems to be next to no real connection between the father and the children of the family. At one point, you could even read the parents’ dynamic as a lavender marriage. Yoshiki’s younger sister has a lot of anxiety and therefore doesn’t go to school.)

Having to exist within such a community and be confronted with the villagers and their gossip — something that feels far more dangerous and existential than any monster ever could.

Queerness, Horror und das Gefühl des Andersseins // Queerness, horror and the feeling of being different

Historisch war Horror schon immer eng mit Queerness verbunden.

Monströse Figuren wurden häufig genutzt, um gesellschaftliche Ängste vor allem darzustellen, was von der Norm abweicht. Vampire, Gestaltwandler oder andere Kreaturen bewegen sich oft zwischen Kategorien. Sie sind weder ganz dies noch ganz das. Sie überschreiten Grenzen, verändern ihren Körper und existieren außerhalb gesellschaftlicher Ordnung.

Aus diesem Grund haben viele queere Menschen eine besondere Verbindung zum Horror-Genre entwickelt. Das Monster wurde für zahlreiche Leserinnen und Zuschauerinnen zu einer Identifikationsfigur.

Nicht, weil wir Monster sein wollen.

Sondern weil wir wissen, wie es sich anfühlt, von anderen als „anders“ wahrgenommen zu werden.

The Summer Hikaru Died greift diese Tradition auf und entwickelt sie weiter.

Das Besondere ist, dass der Manga das Monster nicht als reine Bedrohung darstellt. Tatsächlich erscheinen viele Menschen im Dorf deutlich beängstigender als das Wesen selbst. Die Dorfgemeinschaft beobachtet, urteilt und kontrolliert. Sie repräsentiert die gesellschaftlichen Normen, die festlegen, wer dazugehört und wer nicht. Das Monster dagegen existiert außerhalb dieser Regeln. Dadurch entsteht eine interessante Umkehrung: Das Fremde wirkt teilweise ehrlicher als das Vertraute.





Historically, horror has been closely linked to queerness.

Monstrous figures are often used to depict social fears, especially things that deviate from the norm. Vampires, shape shifters or other creatures are often figures that exist between two categories. They are neither fully one thing, or the other. They push boundaries, modify bodies and exists outside of social orders.

That’s why many queer people have developed a special relationship with the horror genre. The monster has become a figure of identification for many readers or viewers of horror stories.

Not because we want to be monsters.

But because we know what it’s like to be seen as ”different” by other people.

The Summer Hikaru Died picks up this tradition and pushes it further.

The interesting thing is that the manga doesn’t depict the monster simply as a threat. In truth, most of the villagers are far more scary than the monster itself. The villagers watch, judge and control. They represent social norms that determine who belongs and who doesn’t. The monster on the other hand, exists outside of these norms. That’s how an interesting dissonance arises: the strange seems more honest, more real, than the familiar.

Der Körper als Ort des Schreckens // The body as a place of terror

Ein weiteres zentrales Element des Mangas ist sein Body Horror. Der neue Hikaru besitzt keinen stabilen menschlichen Körper. Sein Körper verändert sich ständig, löst sich auf, wächst über seine Grenzen hinaus und nimmt Formen an, die sich jeder klaren Definition entziehen. Die daraus entstehenden Bilder sind verstörend und manchmal geradezu grotesk, erfüllen jedoch weit mehr als nur eine Schockfunktion.

Gerade in diesen Momenten sind Yoshiki und Hikaru meist allein. Zwischen ihnen entsteht eine neugierige, beinahe intime Dynamik. Yoshiki möchte verstehen, was „Hikaru“ eigentlich ist, wie er funktioniert und was sich unter der menschlichen Oberfläche verbirgt. Diese Neugier führt zu Szenen, in denen er buchstäblich in Hikarus Körper greift und von dessen Innerem verschlungen zu werden droht. Gleichzeitig dringt auch etwas von dem Wesen, das Hikaru ersetzt hat, in Yoshiki ein.

Der Manga nutzt den Body Horror hier nicht nur als Quelle des Schreckens, sondern auch als Ausdruck von Nähe und Verlangen. Die Grenzen zwischen zwei Körpern werden durchlässig, Berührung wird zu etwas zugleich Faszinierendem und Beängstigendem. In diesen Szenen schwingt immer wieder eine queere Neugier mit: der Wunsch, einem anderen Menschen näherzukommen, ihn vollständig zu verstehen und eine Grenze zu überschreiten, die vielleicht nie überschritten werden sollte.

Doch derselben Neugier steht stets die Angst gegenüber. Die Angst vor dem nächsten Schritt, vor zu großer Nähe, vor Kontrollverlust. Die Angst, sich in einer Beziehung zu verlieren oder etwas in sich hineinzulassen, das man nicht mehr zurückweisen kann. Im Fall von „Hikaru“ wird diese Furcht wörtlich genommen: Wer ihm zu nahe kommt, läuft Gefahr, von ihm verschlungen zu werden. Dadurch werden die Body-Horror-Szenen zu einer eindrucksvollen Metapher für Intimität, Begehren und die Unsicherheit, die mit ihnen einhergeht.

Queere Körper wurden historisch immer wieder als „unnatürlich“ dargestellt. Gerade deshalb ist es spannend, wie The Summer Hikaru Died mit körperlicher Veränderung umgeht.

Das Problem ist nicht der Körper des Monsters.

Das Problem ist die Reaktion der Umwelt auf alles, was nicht den Erwartungen entspricht.

Der Manga stellt damit eine Frage, die weit über seine Horrorhandlung hinausgeht: Wer entscheidet eigentlich darüber, was normal ist?





Another central element of the manga is its body horror. The new ”Hikaru” doesn’t have a stabile human body. It’s body constantly shifts and changes, dissolves, grows beyond itself and becomes something that can’t be defined. The images arising from this are disturbing, sometimes even grotesque, but are more than just a shock factor.
Those moments, when ”Hikaru” changes, are the moments that Yoshiki and ”Hikaru” are alone together. There is this curious, almost intimate dynamic between them then. Yoshiki wants to understand what ”Hikaru” is, how it functions and what is beyond this human surface.
His curiosity leads to him literally reaching inside ”Hikaru’s” body and almost being swallowed by its insides. At the same time, some parts of the creature that has replaced Hikaru, starts to melt into Yoshiki.

The manga doesn’t use this kind of body horror just for the shock value, but as an expression of closeness and longing. Two bodies start to melt into one, become permeable, a touch turns into something fascinating and frightening at the same time. These scenes always carry a lot of queer curiosity: wishing for closeness with another human being, to understand them and to push boundaries that would never be pushed otherwise.

In opposition to this curiosity, fear exists. Anxiety about the next step, too much closeness, losing control. Fear of losing oneself in a relationship, or to let someone in with no way to push them away anymore. In the case of ”Hikaru,” this fear actually has a body: whoever gets too close might be swallowed up by him. This way, the body horror scenes become striking metaphors for intimacy, desire, and insecurity.

Because queer bodies have historically been framed and depicted as ”unnatural,” it’s so intriguing to see how The Summer Hikaru Died deals with bodily changes.

The problem isn’t the monsters body.

The problem is the reaction of the environment towards things that do not fit the expectations.

Therefore, the manga poses a question that goes far beyond its horror plot: who decides what’s normal and what isn’t?

Trauer um eine Zukunft, die nie stattfinden konnte // Grieving a future you never get to live

Der Aspekt, der mich persönlich am meisten bewegt hat, ist jedoch die Verbindung von Queerness und Trauer.

Yoshiki trauert natürlich um Hikaru.

Aber ich glaube, er trauert auch um etwas anderes.

Er trauert um Möglichkeiten.

Um Gespräche, die nie geführt wurden.

Um Gefühle, die nie ausgesprochen wurden.

Um eine Beziehung, die vielleicht hätte entstehen können.

Viele queere Menschen kennen diese Form der Trauer. Nicht unbedingt im Zusammenhang mit Tod, sondern als Trauer um Versionen des eigenen Lebens, die nie gelebt werden konnten. Um Jugendjahre, die von Verstecken geprägt waren. Um Beziehungen, die man aus Angst nicht eingegangen ist. Um Worte, die man nicht ausgesprochen hat.

Das Wesen, das Hikaru ersetzt hat, wird dadurch zu einer permanenten Erinnerung an diese verlorenen Möglichkeiten.

Es ist gleichzeitig Trost und Schmerz.

Nähe und Distanz.

Liebe und Verlust.





The thing that got  to me the most was the aspect, or link between, queerness and grief within this story. 

Obviously, Yoshiki is grieving his friend Hikaru.

But I think, he is also grieving something else. 

He is grieving possibilities.

Conversations that never got to take place.

Feelings that could never be expressed.

A relationship that maybe could have blossomed at some point.

Many queer people can probably relate to this kind of grief. Not necessarily related to death, but a grief about different versions of your life that you never got to live. Grieving a youth that was spent in hiding. Grieving relationships that never happened because of fear. Grieving words that never got to be spoken out loud.

The creature that has replaced Hikaru therefore becomes a constant reminder of these lost possibilities.

It is solace and pain, all in one.

Closeness and distance.

Love and loss.

Warum dieser Manga gerade im Pride Month wichtig ist // Why this manga is an important read, especially during Pride Month

Im Pride Month wird oft betont, wie wichtig es ist, queere Geschichten zu erzählen. Dabei geht es nicht nur um Repräsentation. Es geht auch darum, Erfahrungen sichtbar zu machen, die viele von uns teilen.

The Summer Hikaru Died erzählt keine klassische Coming-out-Geschichte. Es gibt keine großen Reden über Identität und keine eindeutigen Antworten. Stattdessen zeigt der Manga etwas, das oft schwerer zu beschreiben ist: die Grauzonen.

Die Unsicherheit.

Die Selbstzweifel.

Die Angst vor dem eigenen Begehren.

Und gleichzeitig den Wunsch nach Nähe.

Gerade dadurch fühlt sich die Geschichte für mich so authentisch an.

Sie erinnert uns daran, dass Queerness nicht immer laut und selbstbewusst beginnt. Manchmal beginnt sie mit Verwirrung. Mit Verlust. Mit Angst. Und manchmal sogar mit Horror.





Pride Month is often used to emphasise how important it is to tell queer stories. It’s not only about representation. It’s about making experiences visible that many of us share.

The Summer Hikaru Died doesn’t tell a typical coming out story. There is no big speech about identity, or any clear answers. Instead, the manga depicts something that is often difficult to put into words or make visible: the grey area.

The insecurity.

The self-doubt.

The fear surrounding your own desires.

The longing for closeness.

That’s exactly why this story feels so authentic to me.

It serves as a reminder that queerness doesn’t always manifests in a loud and self aware way. Sometimes, it manifests as confusion. As loss. As anxiety. And sometimes, as horror.

Fazit // Conclusion

Für mich liegt die größte Stärke von The Summer Hikaru Died darin, dass der Manga Horror nicht nur als Genre nutzt, sondern als Sprache. Das Übernatürliche macht sichtbar, was viele queere Menschen im Inneren erleben: den Konflikt zwischen Begehren und Angst, zwischen Selbstakzeptanz und gesellschaftlichem Druck.

Der wahre Horror der Geschichte ist deshalb nicht das Wesen, das Hikaru ersetzt hat.

Das wahre Monster ist die Vorstellung, dass man seine Gefühle verstecken muss.

Dass man sich vor Teilen seiner selbst fürchten soll.

Dass Liebe nur dann akzeptabel ist, wenn sie bestimmten Normen entspricht.

Und genau deshalb fühlt sich The Summer Hikaru Died für mich wie ein zutiefst queerer Horror-Manga an. Nicht, weil er von Monstern erzählt, sondern weil er davon handelt, wie Menschen lernen, sich vor ihren eigenen Gefühlen zu fürchten – und wie schmerzhaft, beängstigend, aber letztlich auch befreiend es sein kann, sich ihnen dennoch zu stellen.





The power of The Summer Hikaru Died for me, lies within the fact that the manga doesn’t only use horror as a genre, but as a language. The supernatural makes visible, what many queer people experience within themselves: a conflict between desire and fear, between self-acceptance and social pressures.

The real horror of the story is therefore not the creature that replaced Hikaru.

The real monster is thinking that you have to hide your true feelings.

That you should be afraid of certain parts of yourself.

That love is only acceptable, when it confirms to certain norms.

That’s exactly why The Summer Hikaru Died feels like a deeply queer horror manga to me. Not because it’s about monsters, but because it’s about humans learning how to be afraid of their own feelings — how painful, frightening, but in the end freeing it can be, to face those fears. 

Post Scriptum

Der Manga ist noch nicht abgeschlossen. Aktuell scheint die Geschichte auf ihren dramaturgischen Höhepunkt zuzusteuern, während sich viele der zentralen Konflikte immer weiter zuspitzen. Ich bin gespannt, welche Enthüllungen und Wendungen noch auf uns warten – und wie sich Yoshiki, Hikaru und die übrigen Figuren bis zum Ende entwickeln werden.

Auch als Anime wurde die Geschichte hervorragend umgesetzt und ist auf Netflix verfügbar. Die Adaption hat einen bemerkenswerten Hype ausgelöst und bereits zahlreiche Nominierungen sowie Auszeichnungen erhalten. Das freut mich sehr, überrascht mich aber zugleich ein wenig, da The Summer Hikaru Died in vielerlei Hinsicht anders ist als die üblichen Mainstream-Erfolge. Gerade deshalb ist dieser Erfolg jedoch umso bemerkenswerter: Er zeigt, wie universell die Themen der Geschichte sind und wie viel Raum die Figuren für Identifikation und eigene Interpretationen bieten. Dass so viele Menschen von dieser ungewöhnlichen Mischung aus Horror, Coming-of-Age und zwischenmenschlichem Drama angesprochen werden, erscheint mir daher mehr als verdient.
//S.





The manga isn’t finished yet. At the moment, the story seems to be steering towards a dramatic climax, while many of the central conflicts escalate. I am so hyped to see what twists and turns the story has in sotre for us — how Yoshiki ”Hikaru” and the other characters will develop further down the line.

I can also highly recommend the anime, which is adapting the story perfectly and can be streamed on Netflix. The adaptation has triggered a huge hype and has been nominated and has won many awards already. It makes me so happy to see, but I’m also surprised because The Summer Hikaru Died isn’t your typical mainstream success. That’s why the hype is so much more remarkable: it shows that the topics explored in the story are quite universal and that the characters feel relatable to many and can be interpreted accordingly. In my opinion, it’s more than deserved that this particular mix of horror, coming of age and interpersonal drama is so popular right now.
//S. 


Name: Sonja (sie/ihr)
Alter: 28
Körbchengröße: B
Sternzeichen: Stier
Momentaner Lieblingssong: Der letzte Song (ALLES WIRD GUT) – Kummer ft. Fred Rabe
Wenn ich ein Tier wäre, dann wäre ich: ein Gecko
Drei Dinge, die ich nicht mag: Sommerhitze, Faschisten, Rosenkohl.





Name: Sonja (she/her)
Age: 28
Cup Size: B
Zodiac Sign: Taurus
Current Favourite Tune: Der letzte Song (ALLES WIRD GUT) – Kummer ft. Fred Rabe
If I were an animal, I would be: a gecko
Three things I do not like: summer heat, fascists, Brussels sprouts.


Sonja ist eine meiner Besties aus dem Bibliotheksstudium und wenn ich einer Mangaempfehlung blind vertrauen würde, dann ihrer!
Wenn Du mehr von Sonja lesen möchtest, kannst Du ihr Pride Month Special von 2024 HIER lesen, oder ihr HIER ihr Pride Month Special von 2025 finden.





Sonja is one of my besties from my library science master studies. If there is one person I’d one hundred percent trust with giving me a great manga recommendation, it’s her!
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